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12.08.2008 
Bankenkrise

Skandal ohne deutsche Beteiligung

von Peter Köhler

Während viele Banken noch dabei sind, ihre Bilanzen zu säubern, stolpern sie erneut - dieses Mal über illiquide Auktionsanleihen. Die deutschen Kreditinstitute aber wird der jüngste Skandal in der amerikanischen Finanzkrise kaum in Mitleidenschaft ziehen.

Die Commerzbank hat bereits mitgeteilt, nicht im An- oder Verkauf von ARS-Papieren beteiligt zu sein. Foto: dpaLupe

Die Commerzbank hat bereits mitgeteilt, nicht im An- oder Verkauf von ARS-Papieren beteiligt zu sein. Foto: dpa

FRANKFURT. Im Markt für Auktionsanleihen (Auction Rate Securities oder abgekürzt ARS) spielen die deutschen Banken kaum eine Rolle. Dies zeigen Daten der Informationsanbieter Bloomberg und Reuters. Selbst der Branchenprimus, die Deutsche Bank, ist mit einem geschätzten Volumen zwischen 200 Mill. und 300 Mill. Dollar - gemessen am gesamten Marktvolumen von etwa 330 Mrd. Dollar - eher ein kleiner Spieler in diesem Segment.

"Deutsche Banken scheinen bisher nicht im Visier der US-Staatsanwaltschaft zu sein", sagte Rechtsanwältin Deborah Sturman in New York. Frau Sturman ist eine der führenden amerikanischen Anwälte für Sammelklagen (class actions) in den USA und vertritt vornehmlich europäische Kunden. In Frankfurter Bankkreisen hieß es, nur Institute mit einem dichten Handels- und Vertriebsnetz in den USA hätten das Geschäft in großem Stil betreiben können, deshalb sei die schweizerische Großbank UBS viel stärker in Mitleidenschaft gezogen worden als andere.

"Einige deutsche Institute haben sich aber auch zurückgehalten, weil die Risikomanager als Folge der Subprime-Verluste auf der Bremse standen", sagte ein Experte. Die Commerzbank, mehrere Landesbanken und die HypoReal Estate haben bereits der Nachrichtenagentur Dow Jones mitgeteilt, nicht im An- oder Verkauf von ARS-Papieren beteiligt zu sein.

Auktionsanleihen sind Mitte der achtziger Jahre entstanden und bilden die jüngste Facette in der seit einem Jahr anhaltenden Finanzkrise. Dabei handelt es sich um Anleihen, deren Zins periodisch durch eine Auktion neu festgesetzt wird. Vor allem US-Kommunen nutzten diese Instrumente zur Refinanzierung ihrer Investitionen, aber auch Pensionäre und reiche Familien steckten teilweise hohe Summen in diese Papiere. Im Zuge der Finanzkrise wurden die ARS-Papiere im Februar aber illiquide und damit unverkäuflich. Der Wert für die Anleger fiel faktisch auf null; die Kommunen mussten teuer umschulden. Citigroup und UBS waren mit Volumina von 55,4 Mrd. und 42,4 Mrd. Dollar die größten Akteure in diesem Markt; deutsche Häuser sind unter den zehn aktivsten Banken in diesem Segment nicht zu finden.

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