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18.04.2008 
Personelle Konsequenzen aus Händler-Skandal

Skandalbank Société Générale schasst Chef

von Holger Alich

Daniel Bouton tritt als CEO der Großbank Société Générale ab, bleibt aber Präsident des Verwaltungsrates. Das teilte das Institut am Donnerstag Abend überraschend mit. Nachfolger Boutons wird der bisherige Finanzchef Frédéric Oudéa. Der 44-Jährige soll bereits am 12. Mai vom Board zum neuen Bank-Chef berufen werden.

Daniel Bouton tritt als CEO der Großbank Société Générale ab. Foto: ReutersLupe

Daniel Bouton tritt als CEO der Großbank Société Générale ab. Foto: Reuters

PARIS. Mit der personellen Trennung des Verwaltungsrats-Vorsitz vom CEO-Posten zieht die Großbank nun personelle Konsequenzen aus dem Skandal um den Ex-Händler Jérôme Kerviel. Dieser hatte Anfang des Jahres unerlaubt mit Terminkontrakten auf steigende Aktienmärkte gewettet, ohne, dass dies von den internen Kontrollen entdeckt worden war. Als Kerviels Geschäfte Ende Januar schließlich aufflogen, brachte der Verkauf seiner Indexwetten der Bank einen Verlust von 4,9 Mrd. Euro ein.

Bouton hatte nach Bekanntwerden des Skandals dem Board der Bank seinen Rücktritt angeboten, dieser hatte ihn jedoch abgelehnt. Danach wollte der 58jährige Bank-Chef von einem Rücktritt nichts mehr wissen. Das hatte Kritik von Corporate-Governance-Experten ausgelöst. Der Verwaltungsrat setzte einen dreiköpfigen Ausschuss unter der Leitung des Ex-Peugeot-Chef Jean Folz-Martin ein, der Bouton stärker kontrollieren sollte. Ein interner Bericht des Gremiums zu den Details des Skandals legte Lücken bei den internen Kontrollen offen.


Bildergalerie   Nick Leeson, Jérôme Kerviel & Co.: die größten Händlerskandale


Wie die Société Général betonte, sei es nun Boutons Idee gewesen, sich künftig auf den Vorsitz des Verwaltungsrates zu konzentrieren. Offenbar sieht Bouton, der die Bank seit 1993 leitete, das Haus nun wieder in ruhigeren Fahrwassern. Um die Verluste aus dem Kerviel-Skandal zu stopfen, hatte die Bank mit Erfolg eine Kapitalerhöhung von 5,5 Mrd. Euro bei Investoren platzieren können.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch eine unmittelbare Gefahr einer Übernahme scheint zunächst gebannt

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