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12.03.2008 
Mutmaßlicher Komplize Kerviels verhaftet

Société Générale droht neuer Ärger

Ein Händler einer Société-Générale-Tochter ist am Mittwoch im Zusammenhang mit dem Spekulationsskandal bei der französischen Großbank vorläufig festgenommen worden. Dem Institut droht wegen der Affäre jetzt ein gerichtliches Nachspiel in den USA.

Daniel Bouton, Chef Société Générale, sieht die Affäre als beendet an. Doch jetzt wird sein Institut verklagt. Foto: ReutersLupe

Daniel Bouton, Chef Société Générale, sieht die Affäre als beendet an. Doch jetzt wird sein Institut verklagt. Foto: Reuters

ali/tia/HB PARIS/NEW YORK. Dieser Händler habe wie Jérôme Kerviel in der Sparte Aktienhandel gearbeitet, erklärte eine Sprecherin der Bank. Unklar sei, ob der jetzt inhaftierte Beschäftigte in direktem Kontakt mit dem Betrugshändler hatte. Ferner sei der Arbeitsplatz des inhaftierten Händlers im Handelsaal durchsucht worden.

Nach Informationen des Radiosenders Europe 1 heißt der verhaftete Händler Manuel Z. Er sei auf der Social-Network-Site Facebook unter Kerviels Freunden entdeckt worden.

Die Ermittler versuchen zu klären, wie Jérome Kerviel bei dem Betrug vorgegangen ist. Er hatte jahrelang unerlaubt Wetten auf Aktienindizes vorgenommen. Anfang des Jahres setzte Kerviel auf steigende Kurse, doch die Börsen stürzten ab. Am 18. Januar entdeckten die internen Kontrolleure Kerviels verbotene Wetten, die ein Gesamtvolumen von 50 Mrd. Euro erreicht hatten. Der Verkauf der Kontrakte bescherte der Société Générale einen Verlust von 4,9 Mrd. Euro.

Im Zusammenhang mit dem Skandal und Abschreibungen im Hypothekengeschäft in Höhe von 2,6 Mrd. Euro infolge der US-Kreditkrise reichte eine Anwaltskanzlei am Mittwoch vor einem New Yorker Bundesgericht Klage ein. Ihr Ziel ist es, alle Käufer von SocGen-Papieren zu vertreten, die sie zwischen dem 1. August 2005 und dem 23. Januar 2008 erworbenen haben.

Die Juristen von Cohen Milstein Hausfeld & Toll werfen der zweitgrößten französischen Bank vor, nicht angemessen auf Hinweise zu Kerviels dubiosen Aktiengeschäften reagiert zu haben. Zudem soll SocGen nach Ansicht der Kanzlei falsch und irreführend über ihr Engagement im zusammengebrochenen US-Hypothekenmarkt unterrichtet sowie nachteilige Informationen zurückgehalten haben.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kerviel will alleine gehandelt haben

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