Die Anfang 2008 von einem der größten Händlerskandale der Finanzgeschichte gebeutelte französische Großbank Societe Generale
hat mit ihren Quartalszahlen überzeugt. Der Gewinn brach zwar wegen der Finanzkrise und den Problemen im Investmentbanking drastisch ein. Trotzdem zeigten sich Marktteilnehmer erleichtert - sie hatten mit noch mehr gerechnet.
dpa-afx PARIS. Die Anfang 2008 von einem der größten Händlerskandale der Finanzgeschichte gebeutelte französische Großbank Societe Generale
hat mit ihren Quartalszahlen überzeugt. Der Gewinn brach zwar wegen der Finanzkrise und den Problemen im Investmentbanking um 63 Prozent auf 644 Mill. Euro ein. Experten hatten allerdings mit einem noch höheren Rückgang gerechnet. Einige Analysten hatten sogar rote Zahlen befürchtet. Die Bank gab am Dienstag zudem den Einstieg bei der vietnamesischen Seabank bekannt. Die im Eurostoxx 50 notierte Aktie war bis zum späten Dienstagmittag um mehr als sieben Prozent gestiegen und notierte zeitweise bei 64,10 Euro. Damit setzte das Papier seinen jüngsten Erholungskurs fort.
Die Eigenkapitalrendite habe im zweiten Quartal bei 8,6 Prozent nach 29 Prozent vor einem Jahr betragen. Die Erträge seien auf vergleichbarer Basis um 19 Prozent auf 5,58 Mrd. Euro gesunken. Den größten Rückgang musste die Bank dabei im Investmentbanking hinnehmen. Die Sparte rutschte auch wegen der Probleme in Folge der Finanzkrise im zweiten Quartal in die roten Zahlen. Zulegen konnte die Societe Generale
dagegen vor allem im internationalen Privatkundengeschäft. Der seit Mai 2008 amtierende Vorstandschef Frederik Oudea sagte, dass die Bank die Schwächen im Investmentbanking durch ihre breite Aufstellung abfedern konnte.
Das Geschäft mit Privatkunden und Finanzdienstleistungen wachse weiter, sagte er. Die Gruppe werde weiter von der Qualität des Filialnetzes und des Kundenstamms, der soliden Kapitalausstattung sowie der Unterstützung ihrer Mitarbeiter profitieren, auch wenn das Umfeld weiter schwierig bleiben wird, sagte Oudea, der den wegen der Fehlspekulationen eines Händlers der Bank zurückgetretenen früheren Bankchef, Daniel Bouton, ersetzte. Unterdessen hat die französische Justiz Ermittlungen gegen den 24 Jahre alten Assistenten des Aktienhändlers Jerome Kerviel aufgenommen. Kerviel hatte der Bank durch Spekulationen auf Aktienindizes in unerlaubtem Ausmaß der Bank einen Verlust von etwa 4,9 Mrd. Euro eingebracht.

