Den einst mächtigen Chef der Investment-Bank, Jean Mustier, -Pierre unterstellte Oudéa seinem Kommando. "Jean Mustier-Pierre ist Chef der Investment-Bank, ich überwache lediglich diese Aktivität für den Vorstand", präzisierte Oudéa. Markt-Spekulationen, denen zufolge die Investmentbank nach dem Skandal zurechtgestutzt würde, erteilte er eine Absage: "Ich habe keinen Grund, das Geschäftsmodell der Investmentbank zu ändern." Nach einer Übergangsphase, während der verstärkte Kontrollen eingeführt würden, solle der Eigenhandel wie in der Vergangenheit rund ein Drittel zum Umsatz beitragen.
Die Investmentbank verzeichnete im ersten Quartal Wertberichtigungen von 1,2 Mrd. Euro. Diese konnten aber vollständig durch Neubewertungen des CDS-Portfolios und der eigenen Schulden der Bank kompensiert werden.
Die Krise zeigte aber erneut Schleifspuren bei der Vermögensverwaltung; sie rutschte gar in die roten Zahlen. Die Bank kauft weiter ihren Kunden Anteile an dynamischen Geldmarktfonds ab, in denen zum Teil Krisenpapiere steckten. Das führte zu Abschreibungen von 274 Mill. Euro. Hinzu kamen massive Mittelabflüsse (7,4 Mrd. Euro), so dass die Sparte unter dem Strich 31 Mill. Euro verlor.
Bank-Chef Oudéa deutet in Sachen Krisenlasten vorsichtigen Optimismus an. Es sei durchaus möglich, dass die Bank im zweiten Quartal keine weiteren Wertkorrekturen vornehmen müsse, sollte das angenommene Marktszenario tatsächlich eintreten.

