Ein Zusammengehen zwischen der Société Générale und der italienischen Großbank Unicredit ist „eine intelligente Lösung“. Dies hat nach Angaben von Vertretern der Gewerkschaft CGT Société Générale-Chef Daniel Bouton bei einem Treffen mit Arbeitnehmervertretern gesagt.
ali PARIS. Da die italienische Unicredit mit rund 80 Mrd. Euro Marktkapitalisierung an der Börse schwerer wiegt als die französische Société Générale (70 Mrd. Euro) würde die Unicredit die Société Générale über einen Aktientausch übernehmen, wird Bouton weiter zitiert. Es gäbe aber derzeit „keine vertieften Gespräche“, hieß es. Auf der heutigen Hauptversammlung der Société Générale dürften sich die meisten Fragen der Aktionäre um diese Fusionsspekulationen drehen.
Seit Wochen ist ein Zusammengehen der Société Générale und der Unicredit im Gespräch. Die Aktie der französischen Großbank hat daher seit Jahresanfang bereits 21 Prozent zugelegt. Die starken Kursbewegungen haben bereits die italienische Börsenaufsicht auf den Plan gerufen. Auf ihren Druck hin bestätigten beide Häuser, dass es Gespräche gäbe.
Am Freitag verzeichnete die Aktie der Société Générale mit einem Plus von knapp vier Prozent den größten Tagesgewinn aller Werte des Leitindexes Cac40. Bei der Vorlage der Quartalszahlen hatte der Unicredit-Chef Alessandro Profumo erneut sein Interesse an ein Zusammengehen mit der französischen Société Générale bekräftigt. Aber auch ein Zusammengehen mit der italienischen Capitalia würde laut Profumo Sinn ergeben.
Wie es aus französischen Gewerkschaftsquellen weiter heißt, untersuche die Société Générale derzeit acht Szenarien, wie sich das Institut an der derzeit laufenden europäischen Bankenkonsolidierung beteiligen könne. Eines dieser Alternativen sei ein Zusammengehen mit der italienischen Unicredit. Die CGT zitiert Bouton ferner mit der Aussage, dass „sich der Verwaltungsrat zur rechten Zeit“ zu einer der acht Möglichkeiten äußern werde.
Das Fusionskarussel unter den europäischen Großbanken hat wieder an Fahrt gewonnen, nachdem sich Barcleys und ABN Amro auf ein Zusammengehen geeinigt haben. Ein Konsortium aus Fortis, Royal Bank of Scotland und Banco Santander hat indes eine Gegenofferte für die niederländische Großbank vorgelegt. Die Société Générale ist mit 70 Mrd. Euro Börsenbewertung Frankreichs kleinste notierte Bank. Ende der 90er Jahre hat sie einen Bieterwettstreit mit der BNP um die Investmentbank Paribas verloren. Seither gilt das Institut als potenzielles Übernahmeziel.
Bank-Chef Bouton hat mit einer geschickten Expansionspolitik im osteuropäischen Wachstumsmarkt sowie dem Aufbau einer starken Stellung im Derivate-Geschäft ein hochrentables Institut geformt, um sich mit einem hohen Börsenkurs zu verteidigen. Die größten Einzelaktionäre sind die eigenen Mitarbeiter. Da die Unicredit nach der Übernahme der deutschen HVB ebenfalls stark in Osteuropa ist, halten Analysten Sinn eine Zusammengehen mit der Société Générale durchaus für sinnvoll.

