Die von einem Spekulationsverlust in Milliardenhöhe betroffene Großbank Société Générale will bis zu 100 Mill. Euro in die Kontrolle ihres Handelsgeschäftes investieren.
HB PARIS. Die gesamte Struktur der Kontrollmechanismen werde reformiert, sagte Bankchef Daniel Bouton nach einem Bericht der Zeitung "Le Figaro" vom Donnerstag. Seit dem Bekanntwerden des Spekulationsaffäre Ende Januar habe Société Générale
bereits neue Kontrollen eingeführt, beispielsweise bei der Order-Stornierung durch Händler. Unterdessen hat ein Untersuchungsrichter am Dienstag einen Assistenten des hauptverdächtigen Händlers Jérôme Kerviel als Zeuge vernommen.
Kerviel hatte der Bank durch Fehlspekulationen einen Verlust von etwa 4,9 Mrd. Euro eingebracht. Er betonte mehrfach, allein gehandelt zu haben, wirft seinen Vorgesetzten aber Mitwisserschaft vor. Nach fünf Wochen in Haft wurde er Mitte März unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

