Sonderzahlungen: Wall Street-Banker erhalten 20 Milliarden Dollar Boni

Sonderzahlungen
Wall Street-Banker erhalten 20 Milliarden Dollar Boni

Banker an der New Yorker Wall Street haben zum Trauern keinen Grund: Ihre Bonuszahlungen sind 2012 auf 20 Milliarden Dollar gestiegen. Im Schnitt verdienen die Banker sechsstellig.
  • 7

New YorkTrotz der weiterhin köchelnden Schuldenkrise und einer strengeren Bankenregulierung verdienen die Finanzjongleure in New York City blendend: Für das vergangene Jahr dürfte ein Wall-Street-Banker im Schnitt einen Cash-Bonus von 121.900 Dollar erhalten haben, erklärte New Yorks oberster Finanzbeamter Thomas DiNapoli am Dienstag.

Auf insgesamt 20 Milliarden Dollar seien die Sonderzuwendungen in der New Yorker Finanzbranche im vergangenen Jahr angewachsen, teilte der Rechnungshof mit. Das Niveau aus Zeiten vor der Krise sei aber noch nicht wieder erreicht worden.

Dies sei der höchste Stand seit 2010 und im Vergleich zu 2011 ein Plus von acht Prozent. Die Summe bleibe aber hinter den Zahlen der Jahre 2006 und 2007 zurück. Im Schnitt seien die einzelnen Bar-Boni um neun Prozent auf jeweils knapp 122.000 Dollar gestiegen.

Im Jahr 2011 waren die Zahlungen noch zurückgegangen. „Gewinne und Boni haben sich 2012 erholt“, sagte DiNapoli. Den Beschäftigten in der New Yorker Finanzindustrie kam dabei ironischerweise auch zugute, dass die Banken in der Metropole im vergangenen Jahr Mitarbeiter abgebaut haben. So verteilte sich der Bonustopf auf weniger Köpfe.

Die Mitarbeiter sind der größte Kostenblock an der Wall Street. Etwa die Hälfte der Einnahmen der Banken werden dafür ausgegeben. Wie viel Geld die Finanzprofis in diesem Jahr insgesamt verdient haben, lässt sich allerdings noch nicht sagen. Die bar ausgezahlten Boni sind nur ein Teil des Einkommens. Hinzu kommen Aktien beziehungsweise Aktienoptionen sowie das Grundgehalt. Im Jahr 2011, wofür Daten vorliegen, summierte sich das Gesamtgehalt auf 362.900 Dollar. Das sei fünf Mal soviel wie das Durchschnittseinkommen in der Stadt, merkte DiNapoli an.

Nach den Erfahrungen der Finanzkrise wird ein immer größerer Teil der Boni auch mit zeitlicher Verzögerung ausgezahlt, um Zockereien zu unterbinden. Die Idee ist: Wenn ein Banker weiß, dass er sein Geld erst in einigen Jahren bekommt, wird er seinen Arbeitgeber nicht mit riskanten Geschäften in Gefahr bringen.

Im Dezember 2012 beschäftigte das US-Finanzzentrum in Manhattan dem Bericht des Rechnungshofes zufolge insgesamt 169.700 Menschen, 1000 weniger als noch ein Jahr zuvor. Dieser Trend des Arbeitsplatzabbaus dürfte weiter anhalten, so die Behörde. So hatte die Großbank JPMorgan erst am Dienstagmorgen (Ortszeit) erklärt, konzernweit 4000 Stellen streichen zu wollen. Steuern der Wall-Street-Manager tragen zu einem beträchtlichen Teil zu den Einnahmen des Bundesstaats und der Stadt New York bei.

Der Rechnungshof gründet seine Schätzungen auf aktuelle Trends bei der Einkommenssteuer. Die Statistik lässt aber Sondervergütungen wie Aktienoptionen außen vor. Hohe Bonus-Zahlungen in der Branche waren scharf in die Kritik geraten, als US-Banken während der Finanzkrise mit Steuergeldern gerettet werden mussten. Die Institute reagierten auf das schwächelnde Geschäft unter anderem mit Personalabbau.

Kommentare zu "Wall Street-Banker erhalten 20 Milliarden Dollar Boni"

Alle Kommentare
  • Aus der durch die Finanzwirtschaft verursachten Kriese nichts gelernt, weder die Banken noch die Politik.
    Die Finanzbranche ist verkommen und sehr viele kriminell (z.B. Libor, ....). Die heutige Finanzbranche ist aus meiner Sicht das Krebsgeschwür der Gesellschaft.

  • Oder anders gesagt:
    Nimm was du kriegen kannst!
    Scham, Skrupel oder gar Anstand sind nur was für Weicheier!

  • Ich kann`s immer wieder nur betonen; Augen auf bei der Berufswahl. Was nur wenige können, wird halt auch Top bezahlt. So einfach ist das !

  • DA sagte doch vor kurzem jemand von Goldman Sachs, dass die Jungs doch motivuiert werden müssen und daher keine reduktion der Boni möglich ist.

    Na ja die Frage ist wohl wozu man die Jungs und Mädels motivieren muss.

    Ein Schelm wer böses dabei denkt.

    Für die meisten jedenfalls ist ein gute Job und ein regelmäßiges Einkommen Grund genug den Job zu machen für den man bezahlt wird.

  • Jetzt aktuell auf ARTE 21.45 Uhr

    Staatsgeheimnis Bankenrettung!!!

  • Würde auch gerne Millionen fürs unrealistische Tätigkeit kassieren aber leider bin ich in der falschen realen Welt und bekomme BRUTTO 7,69 Euro pro Std. von der Leiarbeit im produzierendem Gewerbe. Tja was entstehen lassen (real) ist halt nichts wert.

  • Im Unterschied zu diesen Summen waren die beiden Jungs von S+K Immobilien ja echt bescheiden.

Serviceangebote