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29.08.2008 
Aufsichtsratssitzungen bei Allianz und Commerzbank

Allianz lüftet Schleier über der Dresdner

von Hans G. Nagl, Robert Landgraf und Michael Maisch

Die Aufspaltung der Dresdner Bank ist gestoppt, das Institut soll wohl komplett verkauft werden. Nach schwierigen Verhandlungen entscheidet die Dresdner-Mutter Allianz am Sonntag, an wen.

Illustration: Michael MantelLupe

Illustration: Michael Mantel

FRANKFURT. Kurz vor Ende des Übernahmepokers um die Allianz-Tochter scheint die Commerzbank die besten Karten zu haben. Alle drei beteiligten Häuser haben für Sonntag ihre Aufsichtsräte zu einem außerordentlichen Treffen zusammengerufen. „Dann wird sich wohl entscheiden, ob Deutschland eine zweite Großbank bekommt oder nicht“, sagte ein Insider.

Von den Finanzmärkten kamen Vorschusslorbeeren: Die Aktie der Allianz legte am Donnerstag um bis zu fünf Prozent zu, bei der Commerzbank betrug das Plus in der Spitze drei Prozent. Doch noch ist der Deal nicht durch: Mit der China Development Bank gibt es einen weiteren Interessenten, über dessen Ernsthaftigkeit allerdings in der Branche gerätselt wird.

Immer klarer scheint hingegen, dass es für die Allianz kaum noch Alternativen zu einer kompletten Trennung von der Dresdner gibt. Denn die seit Monaten von Bankchef Herbert Walter vorangetriebene Aufspaltung des Instituts wurde vorerst gestoppt. Eigentlich sollten das Privat- und Firmenkundengeschäft sowie die Investmentbank Dresdner Kleinwort (DKIB) bis 31. August als neue Einheiten ins Handelsregister eingetragen werden. „Das erhöht klar die Wahrscheinlichkeit, dass am Sonntag tatsächlich der Verkauf kommt“, sagte ein Beteiligter.

Eckdaten von Commerzbank, Dresdner Bank und CDB

Mit einer Dresdner-Übernahme würde die Commerzbank als Nummer zwei der Branche noch näher an Primus Deutsche Bank heranrücken. Das neue Institut hätte rechnerisch eine Bilanzsumme von 1,1 Bill. Euro und 67 000 Mitarbeiter. Berechnungen aus dem Kreis der Fusionspartner zufolge sollen rund 9000 Stellen wegfallen – etwa jeder siebte Arbeitsplatz. Knackpunkt der Verhandlungen ist vor allem die Frage, ob die anvisierte Lösung auch zuverlässig umgesetzt werden kann.

„Entscheidend ist die Transaktionssicherheit“, hieß es. Das Modell sieht Finanzkreisen zufolge einen Zusammenschluss beider Häuser in zwei Schritten vor. Denkbar wäre zunächst eine Beteiligung von leicht über 50 Prozent. Damit hätte die Allianz aber das Risiko vorerst weiter in den Büchern. Zudem fordert der seit Mai amtierende Commerzbank-Chef Martin Blessing offenbar eine Absicherung von DKIB-Risiken durch die Allianz. Im Gespräch sei ein Betrag von einer Mrd. Euro.

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