Der weltweit bekannte amerikanische Investment-Profi Jim Rogers hat das geplante 700-Mrd.-Dollar Hilfspaket der US-Regierung scharf kritisiert. "Das ist nicht nur schlecht für die USA, sondern für die ganze Welt", sagte er im Interview mit dem Handelsblatt. Die Probleme würden lediglich in die Zukunft verlagert.
HB FRANKFURT. Pleitebanken aufzufangen "führt lediglich dazu, dass die riesigen Probleme weiter in die Zukunft verlagert werden." Es müsse darum gehen, das Finanzsystem zu reinigen, nicht weiter zu stützen. Die Politik bekämpfe das Übel nicht an der Wurzel.
Rogers hatte bereits vor mehr als zwei Jahren die globale Finanzkrise und die Pleite zahlreicher Banken angekündigt. Der 66-Jährige ist in der Finanzbranche bekannt, seit er 1970 gemeinsam mit George Soros den Quantum-Fonds gründete, der später überdurchschnittliche Erfolge erzielte. Ende der 90er Jahre sagte er den Rohstoffboom voraus und legte mehrere Rohstofffonds auf.
Rogers sieht nun für die USA die Gefahr eines "verlorenen Jahrzehnts". Die USA "werden sehr, sehr lange brauchen, bis sie diese Krise überstanden haben", sagte Rogers. Das erinnere ihn an "Japans 80er-Jahre, die als 'verlorene Dekade' in die Geschichte eingegangen sind. Ähnliches befürchte ich für die USA."
Es wäre besser gewesen, alle Investment-Banken pleite gehen zu lassen, die in der Vergangenheit unsolide gewirtschaftet hätten, sagte Rogers weiter. Das hätte die Märkte bereinigt und "die Kraft zur Erneuerung deutlich erhöht".

