Spanische Großbank: Santander will 7,5 Milliarden Euro einsammeln

Spanische Großbank
Santander will 7,5 Milliarden Euro einsammeln

Die spanische Großbank Santander will am am Finanzmarkt 7,5 Milliarden Euro einsammeln. Die neue Chefin Ana Botin kommt damit ihren Kritikern entgegen. Nun gibt es Spekulationen um Zukäufe.
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MadridBei der spanischen Großbank Santander setzt die neue Verwaltungsratschefin Ana Botin ihren Kurswechsel mit einer Milliarden-Kapitalerhöhung und der Kürzung der Dividende fort. Santander kündigte am Donnerstag die Stärkung des eigenen Kapitals durch die Ausgabe neuer Aktien im Volumen von 7,5 Milliarden Euro an. Zudem soll 2015 mit 20 Cent je Aktie nur noch ein Drittel der bisherigen Summe an Aktionäre ausgeschüttet werden.

Einige Analysten hatten seit langem kritisiert, die größte Bank der Euro-Zone habe eine eher dünne Kapitaldecke und sei bei der Dividende zu generös. Ana Botin setzt damit nach nur wenigen Monaten im Amt weiter auf eine eigene Handschrift. Sie hat den Posten von ihrem Vater Emilio übernommen, der die Bank 28 Jahre lang führte und im September starb. Ana hatte bereits im November den Chefposten neu besetzt.

Santander gab am Donnerstag nach Börsenschluss zudem auch vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2014 bekannt. Demnach dürfte der Gewinn um rund 30 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro gestiegen sein. Dazu hätten höhere Zinseinnahmen und ein Rückgang fauler Kredite beigetragen. Die Einnahmen stiegen um sechs Prozent.

Die Kapitalerhöhung will Santander im beschleunigten Verfahren durchziehen. Das Volumen entspricht knapp zehn Prozent der bisherigen Kapitaldecke. Insidern zufolge wurden noch am Donnerstagabend innerhalb der angebotenen Preisspanne von 6,18 bis 6,50 Euro pro Stück alle Papiere verkauft. Der Schlusskurs der Aktie hatte am Donnerstag 6,85 Euro betragen.

Was genau Botin mit dem frischen Geld machen will, blieb zunächst offen. In der Vergangenheit war wiederholt spekuliert worden, Santander könnte im Ausland zukaufen. Aktien der italienischen Krisenbank Monte Paschi verteuerten sich am Donnerstag prompt um zwölf Prozent. Santander wird auch hier als potenzieller Retter gesehen, das spanische Kreditinstitut dementierte am Donnerstag aber erneut ein angebliches Interesse. In Medienberichten wurden die Spanier zuletzt auch als möglicher Käufer für die Commerzbank oder die Postbank gehandelt, die wiederum zur Deutschen Bank gehört. Bekannt ist bereits, dass die Spanier ein Auge auf den Nachfolger des Pleite-Instituts Banco Espirito Santo aus Portugal geworfen haben.

Beim jüngsten Stresstest der Europäischen Zentralbank hatte Santander schwächer als mancher Rivale abgeschnitten, eine größere Lücke in der Kapitaldecke gab es aber nicht. Santander macht bereits den Großteil seines Geschäfts im Ausland. Sowohl die Finanzkrise 2008 als auch die massiven Verwerfungen nach der geplatzten Immobilienpreisblase auf dem Heimatmarkt überstand das Institut, ohne in die roten Zahlen zu rutschen.

Nach Reuters-Informationen wird die Kapitalerhöhung maßgeblich von Goldman Sachs und UBS organisiert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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