Die Ankündigung der Stadt Köln, sie erwäge eine Kapitalspritze für die Großsparkasse Köln-Bonn in Höhe von 200 Mill. Euro, sorgt für Verwunderung. Die diskutierte Maßnahme der Stadt lässt aufhorchen, weil die Sparkasse im vergangenen Jahr nur durch den Griff in die Reserven einen Verlust vermeiden konnte.
FRANKFURT. Der rheinische Sparkassenpräsident Michael Breuer räumte ein, dass es so eine Maßnahme in den vergangenen Jahren nicht gegeben habe, aber man könne diesen Weg gehen.
Politisch motivierte Kredite für Medienprojekte und die Folgen der Subprime-Krise haben die Sparkasse massiv belastet. Ein Sprecher dementierte am Mittwoch aber einen Zusammenhang mit der Ertragslage. Die Kommunalpolitiker im Verwaltungsrat wollten lediglich sicherstellen, dass man in Zukunft noch mehr Geschäft machen könne, ohne das es zu einer Kreditverknappung kommt. Die Kapitalausstattung des Instituts sei mit 10,2 Prozent Eigenkapitalquote – bei steigender Tendenz – gut.
In Sparkassenkreisen hieß es aber auch, die Stadt solle ruhig eine Art Entschädigung leisten, weil sie die Sparkasse mit ihrer ambitionierten Standortpolitik in die missliche Lage gebracht habe. Sollte die Stadt die Einlage gewähren, wäre dies ein Fall für Brüssel, wo die „marktübliche Verzinsung“ unter die Lupe genommen würde.
Die 34 rheinischen Sparkassen sehen unterdessen keine aktuellen Fälle, bei denen es für Mittelständler wegen der Finanzkrise schwieriger wird, ausreichend Kredite zu erhalten. „Wir haben keine Kreditklemme und auch kein Problem mit den aufsichtsrechtlichen Kennziffern“, sagte Breuer bei der Vorlage der Geschäftszahlen für die Sparkassen des Verbandsgebiets. Im vergangenen Jahr steigerten die Institute vor Ort ihre Vergabe von Krediten an Unternehmen und Selbstständige um 4,1 Prozent auf 50,8 Mrd. Euro.
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