Geld von privaten Investoren lehnen die bayerischen Sparkassen derweil ab: „Ich verstehe nicht den Ansatz des Sachverständigenrats, der in seinem jüngsten Gutachten für die Bundesregierung vorschlägt, Sparkassen in Stiftungen umzuwandeln, wobei die Kommune bis zu 49 Prozent privates Kapital aufnehmen kann“, kritisierte Naser. „Ein privater Investor wiederum kann kein strategisches oder ökonomisches Interesse daran haben, langfristig mit Minderheit an einer Stiftungssparkasse beteiligt zu sein.“
Der Sachverständigenrat hatte mit seinen Vorschlägen die seit Jahren schwelende Debatte über Landesbanken und Sparkassen neu angeheizt. Die fünf Wirtschaftsweisen wollen die sieben eigenständigen Landesbanken privatisieren. Die Sparkassen, die vielfach an Landesbanken beteiligt sind, sollen ihren Auftrag zur Flächenversorgung behalten, aber zu Aktiengesellschaften im Stiftungsbesitz umgebaut werden. Privaten Investoren sollen Minderheitsbeteiligungen erlaubt sein.
In Deutschland sind private, öffentlich-rechtliche und genossenschaftliche Banken getrennt. Die Privatbanken fordern seit langem einen Rückzug des Staates, um vor allem in dem von Sparkassen und genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken dominierten Privatkunden-Geschäft zukaufen zu können.
In vielen europäischen Ländern ist der Einfluss des Staates geringer als in Deutschland, die Privatbanken sind dort stärker. Sparkassen verteidigen sich mit ihrem gemeinnützigen Engagement und der nicht renditeorientierten Versorgung aller Menschen mit Bankdienstleistungen.

