Während sich viele private Banken in ihrem Streben nach Rendite in Abhängigkeiten begeben hätten, habe sich das "altmodische" Geschäftsmodell der Sparkassen bewährt. Sparkassen-Verbandschef Heinrich Haasis setzt auf die klassische einlagengestützte Kreditvergabe - und erhofft sich durch das staatliche Hilfsprogramm neue Bewegung bei Landesbank-Fusionen.
Seit seinem Amtsantritt wehrt sich Heinrich Haasis gegen Versuche, Sparkassen oder Landesbanken zu privatisieren. Foto: dpa
WASHINGTON. Sparkassenpräsident Heinrich Haasis sieht als Folge der Finanzkrise eine Aufwertung der öffentlich-rechtlichen Institute vor Ort und rechnet mit neuen Impulsen für die Konsolidierung der Landesbanken. "Ich glaube, dass es als Folge der Finanzkrise eine Renaissance des Sparkassenmodells geben wird - in Deutschland und darüber hinaus", sagte Haasis in Washington. Sein Verband bekomme jedenfalls Anfragen von Medien aus aller Welt, die sich für die Gründe der Stabilität der deutschen Sparkassen interessierten, sagt er auf der Pressekonferenz der Sparkassen auf der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF).
Ein staatliches Hilfsprogramm für die Finanzbranche könnte laut Haasis auch Fortschritte bei Landesbank-Fusionen bringen. Die Bundesregierung sei sich mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) einig, dass weitere Ehen öffentlich-rechtlicher Spitzeninstitute nötig seien, sagte Haasis am Wochenende der Nachrichtenagentur Reuters. "Wenn Landesbanken die Möglichkeit eines Rettungspakets in Anspruch nehmen sollten, dann wären sie dem Bund gegenüber natürlich auch in besonderer Weise verantwortlich", betonte der Sparkassenpräsident. Der Bund bekäme dann möglicherweise ganz neue Mitsprachemöglichkeiten. Haasis fordert, dass sich das Rettungsangebot grundsätzlich an alle Bankgruppen in Deutschland richten müsse, um das Vertrauen an den Märkten wieder herzustellen.
Das Thema Landesbankenkonsolidierung steht weiter auf der Tagesordnung im öffentlich-rechtlichen Lager, es wird aber derzeit von der Finanzmarktkrise überlagert. Das gilt insbesondere für einen möglichen Zusammenschluss von BayernLB und Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zu einer Süd-Bank. Insbesondere die Sparkassen drängen als Miteigentümer darauf, dass noch in diesem Jahr die Weichen für eine Süd-Bank gestellt werden. Nach der Landtagswahl in Bayern müssen sich aber erst die politischen Lager in München neu sortieren, außerdem ist die Refinanzierung einer fusionierten Mega-Bank derzeit ein schwieriges Problem. "Da brauchen wir kreative Antworten und kein bloßes Zusammenschieben der Bilanzsummen", heißt es in Eigentümerkreisen.

