Der Präsident des Deutschen Sparkassen und Giroverbandes (DSGV) Heinrich Haasis rechnet nicht damit, dass das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) seinen WestLB-Anteil an einen privaten Investor verkauft. Auch habe er keine Kenntnis davon, dass derzeit Gespräche mit solchen Akteuren geführt würden, sagte Haasis auf einer Handelsblatt-Tagung.
HB FRANKFURT. Sparkassenpräsident Heinrich Haasis ist gegen den Einstieg eines privaten Investors bei der WestLB. „Darin würde ich keinen Mehrwert sehen“, sagte Haasis am Dienstag auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" in Frankfurt. Ihm sei von Gesprächen mit privaten Instituten nichts bekannt.
Der „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe) zufolge will die nordrhein-westfälische Landesregierung den beiden Sparkassenverbänden in Düsseldorf und Münster eine Investmentbank als potenziellen Käufer vorschlagen. Finanzkreisen zufolge steht die Landesregierung auch in Gesprächen mit dem US-Finanzinvestor J.C. Flowers über den 38-prozentigen Landesanteil. Dieser hält bereits rund 27 Prozent an der HSH Nordbank und ist damit der erste private Investor bei einer deutschen Landesbank.
Das Verkaufsverfahren um die Landesbank Berlin (LBB) hat nach Haasis Ansicht gezeigt, dass sich das Interesse ausländischer Institute an Landesbanken in Grenzen halte, sagte Haasis. Die LBB wurde im Juni an den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) verkauft, dessen Präsident Haasis ist. Die LBB soll Haasis zufolge zunächst einmal eigenständig bleiben. „Wir haben nicht die Absicht, die LBB in nächster Zeit in einen Verbund einzubringen“, sagte er.
Haasis hatte sich mehrfach für ein Zusammengehen der WestLB mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ausgesprochen.

