Der Spezialfinanzierer der öffentlich-rechtlichen Institute geht in die Offensive: Die Deutsche Leasing-Gruppe will sich als "Autobank der Sparkassen" etablieren. Das Gebrauchtwagengeschäft soll über eine neue Online-Plattform angekurbelt werden.
FRANKFURT.Die Deutsche Leasing (DL), der Spezialfinanzierer der öffentlich-rechtlichen Institute, will in diesem Jahr als „Autobank der Sparkassen“ verlorene Marktanteile zurückgewinnen. „Der klassische Konsumentenkredit der Sparkasse reicht nicht mehr aus, die Kunden wollen Finanzierungspakete mit verschiedenen Wahlmöglichkeiten“, sagte Vorstandsvorsitzender Hans-Michael Heitmüller gestern in Frankfurt anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz der Deutschen-Leasing- Gruppe.Im ersten Jahr der Markteinführung seien der Sparkassen-Auto-Kredit für Privatkunden und die Absatzfinanzierung für Fahrzeughändler mit einem Volumen von 250 Mill. Euro „sehr gut angenommen worden“, so der DL-Chef. Allerdings würden nur rund 20 Prozent der rund 460 Sparkassen das Produkt „richtig aktiv“ an den Kunden bringen. Er appellierte an die Vorstände vor Ort, die Autofinanzierung zur Chefsache zu machen, weil sie ein Einfallstor in die bestehenden Kundenbeziehungen sei. Auf Kfz-Finanzierungen entfielen immerhin rund 60 Prozent aller Konsumentenkredite. Im Zuge der Marktoffensive wird die Tochter DIF Bank in Deutsche Leasing Finance umbenannt, außerdem soll das Gebrauchtwagengeschäft über die neue Online-Plattform www.gebrauchtwagen.de angekurbelt werden.
Die Sparkassen sind durch die Wettbewerber wie etwa die Santander Consumer Bank oder die Teambank mit ihrem „easy-credit“ unter Druck geraten. Hinzu kommen die Angebote der „Captives“, der herstellergebundenen Autobanken.
In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres, das am 30. September endet, spürte die DL im Neugeschäft die Flaute im Inland, während das Auslandsgeschäft um 50 Prozent zulegen konnte.Insgesamt wird das Plus im Halbjahr auf elf Prozent veranschlagt. Im Geschäftsjahr 2006/2007 hatte der Konzern im Neugeschäft noch um 24 Prozent auf 7,8 Mrd. Euro zulegen können, davon steuerten die Sparkassen 38 Prozent bei. Das verbesserte Betriebsergebnis resultiere im Wesentlichen aus gesenkten Kosten
Heitmüller wollte sich angesichts der konjunkturellen Unwägbarkeiten sowie der erwarteten Nachbesserungen der Unternehmensteuerreform nicht auf eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr einlassen. Aktuell spüre die DL angesichts der Subprime-Krise keine Probleme bei der Refinanzierung.Die Mittelbeschaffung könne sich aber verteuern, dann müsse man über eine Weitergabe an die Kunden nachdenken, so der Vorstandschef. pk

