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13.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 12:32 Uhr 

Viele Landesbankvorstände wollen dennoch von Zusammenschlüssen untereinander nichts wissen. Zuletzt hatte sich der Chef der Helaba, Günther Merl, gegen die öffentliche Fusionsdebatte gewandt. Sie schade seiner Ansicht nach den Landesbanken. Vor dem Zusammengehen sollten die Geldhäuser zunächst ihre Geschäftsmodelle durch die Übernahme von Privatkundengeschäft stärken. Merls Kollege Michael Kemmer, der neue Vorstandsvorsitzende der BayernLB, hatte Merl in dieser Woche Schützenhilfe geleistet, als er erklärte, es gebe keinen „Königsweg“ für die Landesbanken. „Solange die Finanzmarktkrise nicht ausgestanden ist, wird es nicht zu Strukturveränderungen im Landesbankensektor kommen.“

Die Landesbanken sind in der Regel auf das Großkundengeschäft und Erträge aus dem internationalen Kapitalmarktgeschäft ausgerichtet. Ein breiter Zugang zum Privatkundengeschäft fehlt ihnen. In jüngster Zeit gibt es Bestrebungen, diese Basis durch die Übernahme von Sparkassen zu verbreitern. Gegen diese „Vertikalisierung“ der Geschäftsmodelle laufen die Sparkassen Sturm. „Eine Eingliederung von Sparkassen in Landesbanken wird abgelehnt“, heißt es schroff im Beschluss der Landesobleute. Sie sei weder „betriebswirtschaftlich sinnvoll“, noch erschließe sie neue Marktchancen.

Erstmals räumt die öffentliche Finanzgruppe auch ein, dass das sogenannte „Verbundgeschäft“ für die heutigen Kapazitäten der Landesbanken „selbst bei maximaler Ausschöpfung des Potenzials“ nicht ausreicht. In der Arbeitsteilung im öffentlich-rechtlichen Verbund sind die Landesbanken Produktlieferant und Partner bei Großkrediten, außerdem übernehmen sie Zentralbankfunktionen für die Sparkassen. Die Befürworter von Fusionen sehen erhebliches Einsparpotenzial bei den Landesbanken, weil bei Zusammenschlüssen bisher existierende Doppelarbeit wegfiele.

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