Prognose der Deutschen Bank: Schulz wird wohl nicht Kanzler

SPD-Kanzlerkandidat
Deutsche Bank sieht kaum Chancen für Schulz

Die SPD sieht sich mit ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz im Aufwind. Dabei wird er seine Partei höchstwahrscheinlich in eine große Koalition führen. Das erwarten zumindest die Analysten der Deutschen Bank.
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FrankfurtDie Deutsche Bank sieht kaum Chancen für Martin Schulz, nach der Bundestagswahl im Herbst ins Kanzleramt einzuziehen. „Martin Schulz‘ unerwartete Nominierung wird wohl die SPD-Wahlkampagne befeuern, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie Merkel zu Fall bringt“, schreiben ihre Analysten.

Die Kandidatur des früheren Präsidenten des Europaparlaments gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist das Topthema im aktuellen „Focus Germany“-Bericht. Mit diesem informiert die Research-Abteilung der Bank monatlich über die wirtschaftliche und politische Entwicklung in Deutschland. Unter der Überschrift „New SPD frontrunner unlikely to defeat Merkel“ rekapituliert sie den Rücktritt Sigmar Gabriels vom SPD-Vorsitz, die überraschende Nominierung von Schulz und die Kabinettsumbildung.

Die Deutsche Bank bescheinigt Schulz „rhetorische Fähigkeiten“ und Erfolge als Wahlkämpfer. Unter ihm sei die SPD bei der Europawahl 2014 mit 27,3 Prozent über ihren damaligen Umfragewerten gelandet. Schulz sei ein „Verfechter traditioneller sozialdemokratischer Ideen“, der seinen Wahlkampf auf dem Thema soziale Gerechtigkeit aufbauen werde. Als Nicht-Kabinettsmitglied könne er Merkel leichter angreifen als der bisherige Wirtschafts- und neue Außenminister Gabriel.

Mit Schulz könnten die „kümmerlichen Umfragewerte von 21 Prozent“ für die SPD steigen. Aktuell würden 41 Prozent der Deutschen Schulz direkt zum Bundeskanzler wählen, ebenso viele Merkel. Und unter den deutschen Topmanagern hielten 46 Prozent Schulz für den richtigen SPD-Kandidaten (19 Prozent favorisierten Sigmar Gabriel und 26 Prozent Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz).

Die Analysten sind aber davon überzeugt, dass dieses „Momentum“ nur temporär ist. Die Umfragen seien „spontane Meinungsäußerungen und kaum ein neuer Trend“. Zum Problem könne werden, dass Schulz die Erfahrung in Regierungspositionen fehle. Er sei in Brüssel ausgleichend aufgetreten, müsse als Regierungschef aber „harte Entscheidungen“ treffen. Außerdem befürworte er – im Unterschied zu Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) – eine „verstärkte deutsche Unterstützung für die südeuropäischen Partnerländer“.

Der Bericht schließt mit einer klaren Prognose: Auch mit Schulz werde die SPD kaum stark genug aus der Wahl hervorgehen, um eine Koalition mit Grünen und Linken („das Lieblingsprojekt“) auf die Beine zu stellen. Hierfür müsste die SPD einen enormen Aufschwung in der Wählergunst erfahren, und selbst dann stimmten die politischen Überzeugungen, etwa in Bezug auf Russland, kaum mit denen der Linken überein.

„Herr Schulz wird, wenn nötig, nach aller Voraussicht in eine erneuerte Große Koalition eintreten“, ist die Deutsche Bank überzeugt (falls es nicht für eine schwarz-grüne Koalition reiche). „Martin Schulz, der als EU-Parlamentspräsident eng und effektiv mit dem konservativen Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker zusammengearbeitet hat, wird eine solche Allianz wahrscheinlich nicht ablehnen“, schließt die Prognose, die Schulz nicht freuen dürfte.

Dass freilich selbst die Analysten der Deutschen Bank in politischen Fragen danebenliegen können, hat die Vergangenheit gezeigt: Bei der US-Präsidentschaftswahl sahen die Experten einen klaren Vorsprung für Hillary Clinton.

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  • Nachdem es mit dem Bankgeschäft bei der DB nun aber auch wirklich nichts wird, versuchen die sich als politische Kaffeesatzleser ? Nicht unbedingt ein überzeugendes neues Geschäftsmodell ….

  • Immer wieder lustig als ob es wichtig wäre, ob Schulz oder Merkel regieren.
    Gewählt werden kann keiner von Beiden und regieren werden wie immer die Selben. Die EU wird ohnehin zerstört oder warum sollten die Engländer sonst austeten.

  • Ob als Kanzler oder als Vizekanzler, Schulz wird automatisch zu noch mehr EU in Deutschland führen. Deutschland wird noch mehr seiner Eigenständigkeit an die EU abgeben!

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