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17.07.2008 
Garantien für Landesbanken

Sprengkraft für Sparkassen

von Frank M. Drost

Die umfangreichen Garantien für die BayernLB und WestLB werden zu einer Belastungsprobe für den Verbund. Denn wenn der Ernstfall eintritt, könnten einzelne Sparkassen überfordert sein. Einspringen müsste dann der Verbund, dessen Finanzkraft schon jetzt angegriffen ist.

Granaten für den Verbund? Foto: dpaLupe

Granaten für den Verbund? Foto: dpa

BERLIN. Der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands (OSV), Claus Friedrich Holtmann, warnt vor den Folgen der Sparkassen-Garantien für die Landesbanken. Diese könnten sich zu „Granaten“ für den Sparkassen-Verbund entwickeln, die dann auch das Haftungssystem und die Institutssicherung infrage stellen.

Auf einer Veranstaltung in Magdeburg bezog sich Holtmann dabei auf die milliardenschweren Garantien, die die bayerischen und nordrhein-westfälischen Sparkassen „ihren“ jeweiligen Landesbanken gegeben haben. Sie dienen zur Risikoabschirmung von Wertpapierportfolios im Rahmen der Finanzmarktkrise. Die Bayern LB will dazu ein 24 Mrd. Euro schweres Wertpapierportfolio ausgliedern, das mit einer Bürgschaft von sechs Mrd. Euro abgesichert werden soll. Die 75 bayerischen Sparkassen, die die Hälfte der BayenLB-Anteile halten, wollen sich mit einer Garantie von 2,4 Mrd. Euro an dieser Transaktion beteiligen.

In Nordrhein-Westfalen haben sich die Sparkassen gemeinsam mit dem Land ebenfalls auf Hilfen verständigt. Konkret wollen die Parteien für Ausfälle eines ausgegliederten WestLB-Wertpapierportfolios, das einen Umfang von 23 Mrd. Euro hat, haften. Die Garantien belaufen sich auf fünf Mrd. Euro, wobei die Sparkassen rund eine Mrd. Euro im Ernstfall zu schultern hätten.

OSV-Präsident Holtmann macht sich nun Sorgen, dass einzelne Sparkassen die finanzielle Belastung nicht verkraften, wenn die Garantien in Anspruch genommen werden. „Muss ich dann als OSV ran, obwohl mich keiner gefragt hat, ob die Garantien gegeben werden sollen? Halte ich dann noch die Institutssicherung aufrecht? Hier liegen doch die Granaten“, sagte Holtmann in Magdeburg. Die Institutssicherung sorgt dafür, dass de facto keine Sparkasse pleitegehen kann, sondern immer durch den gesamten Verbund aufgefangen wird. Stünde zum Beispiel eine Sparkasse in Bayern vor der Insolvenz, trägt also auch ein Verbundinstitut in Norddeutschland zur Rettung bei. Holtmann stört sich daran, dass die Sparkassen nun durch die Garantien verstärkten Risiken ausgesetzt sind, obwohl viele von ihnen keinen Einfluss darauf haben.

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