„Die Garantien sind ein Damoklesschwert für die Sparkassen. Wenn diese gezogen werden, was angesichts der anhaltenden Finanzmarktkrise nicht ausgeschlossen werden kann, könnte es für viele Sparkassen eng werden“, sagt ein Branchenkenner, der ungenannt bleiben will.
Teilweise sind die Sparkassen jedoch selbst schuld an ihrer Situation. „Die Sparkassen haben ihre Chancen bislang nicht ausreichend genutzt, ihren Einfluss bei der Konsolidierung der Landesbanken auszuüben. Jetzt müssen sie Garantien aussprechen“, bemerkt Dirk Vater, Partner und Bankenexperte bei der Beratungsgesellschaft Bain & Company.
Die Finanzkraft des Verbunds ist ohnehin angegriffen. So mussten die Institute bereits tief in die Tasche greifen, um den Kaufpreis für die Landesbank Berlin in Höhe von 5,3 Mrd. Euro im vergangenen Jahr aufzubringen. Dazu kommt, dass die Sparkassen betriebswirtschaftlich gesehen derzeit nicht gerade auf Rosen gebettet sind. Die Zinsmarge ist zurückgegangen und sorgt für sinkende Erträge im Zinsgeschäft – der mit Abstand größten Ertragsquelle für die Institute. Zudem tobt ein unvermindert harter Wettbewerb um den Privat- und Firmenkunden in Deutschland.
Einige große Institute schwächeln bereits. So erhielt die Sparkasse Köln-Bonn bereits eine stille Beteiligung in Höhe von 300 Mill. Euro durch ihre Träger. Zuvor war das rheinische Institut gezwungen, stille Reserven in Höhe von mehr als 170 Mill. Euro zu heben, um den Jahresfehlbetrag zu begrenzen.

