Sprötzerbank im Tatort: Til Schweiger hinterließ zwei Bohrlöcher

Sprötzerbank im Tatort
Til Schweiger hinterließ zwei Bohrlöcher

Die Sprötzerbank ist eine Erfindung der Drehbuchautoren des aktuellen Tatorts mit Til Schweiger. In Wahrheit befindet sich in dem Gebäude ein Bestattungsinstitut. Inhaber Hans Witt spricht über die Bank für einen Tag.

DüsseldorfWenn Til Schweiger einen Tatort dreht, braucht es Action und zumindest ein bisschen Verschwörung. Da nun Hamburg reichlich weit entfernt von Liechtenstein oder der Schweiz liegt, fiel die Wahl für eine Bank mit einem Schließfach für einen Bösewicht am vergangenen Sonntag nicht auf die Länder in Alpennähe. Gedreht wurde im niedersächsischen Dorf Sprötze, knapp 50 Kilometer südlich von Hamburg. Der Bahnhof war Schauplatz und das Geldinstitut sollte in der Nähe des Bahnhofs liegen – die Filmcrew ließ sich etwas einfallen.

Sie machte kurzerhand aus dem Bestattungsinstitut von Hans Witt in Bahnhofsnähe eine Bank für einen Tag – und taufte sie auf den Namen „Sprötzerbank“. An den Drehtag erinnert sich Witt im Gespräch mit dem Handelsblatt noch gut. Ende 2014 sei ein riesiges Team in den Ort eingefallen und habe die Ladenfassade umgestaltet. Sein Schriftzug sei abgenommen worden und ein extra produziertes Schild der „Sprötzerbank“ angebracht.

Auch die Schaufenster wurden umgestaltet und Werbeplakate für die fiktive Bank aufgehängt. Ansonsten habe das Filmteam aber wenig Interesse an seinem Beerdigungsinstitut gehabt. Die Innenaufnahmen wurden nicht in Sprötze gedreht. Witt war nur am Anfang dabei und ließ die Tatort-Crew dann alleine. Acht Stunden später war alles wieder vorbei. Die Schilder montierten die Helfer wieder ab und reinigten alles. „Es sind nur zwei Bohrlöcher zurückgeblieben, aber damit kann ich leben“, sagt er.

Insgesamt gab es für den Tag rund 500 Euro. Weil die Filiale seines Bestattungshauses in Sprötze sowieso nur zwei Stunden in der Woche geöffnet sei, sei es ihm nicht schwer gefallen, die Anfrage anzunehmen. Außerdem sei er seit Jahren großer Tatort-Fan. „Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es für Dorfgemeinschaft ein größeres Thema war als für mich.“ Die Ausstrahlung selbst konnte er gar nicht komplett sehen, weil ein dienstlicher Notfall dazwischen kam. Seine Frau berichtete ihm aber später, dass die Filiale zumindest für ein paar Sekunden im Bild war.

Im Netz war der zweite Teil des Til-Schweiger-Tatorts, dessen erste Folge an Neujahr ausgestrahlt wurde, umstritten. Vielen gab es für einen Tatort zu viel Action und Gewalt. Schweiger reagierte dünnhäutig auf die Kritik und schrieb auf Facebook, Deutschland bleibe ein Land der Neider. „Mit allen Schwaechen, die dieser Tatort hatte, ist er der bahnbrechendste seiner Art“, resümierte er. Insgesamt schalteten am Sonntag 7,69 Millionen Zuschauer ein, was einem Marktanteil von fast 20 Prozent entsprach. Im Vergleich zur ersten Folge am Neujahrstag waren das 550.000 Zuschauer weniger. Schweigers ersten Fall sahen 2013 sogar 12,74 Millionen Menschen.

Christian Alvart- was hast du gemacht?! Ich sage , du hast ein Stueck deutsche Fernsehgeschichte geschaffen!...

Posted by Til Schweiger on Sunday, January 3, 2016
Julian Trauthig
Julian Trauthig
Handelsblatt / Deskchef Finanzen
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