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14.02.2008 
Finanzkrise

Staat pumpt erneut Milliardensumme in IKB

von Nicole Bastian, Sven Afhüppe und Hans G. Nagl

Der Verwaltungsrat der staatseigenen KfW -Bankengruppe hat ein Rettungspaket für die angeschlagene Mittelstandsbank IKB geschnürt. Das teilten Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) am Mittwoch nach einem Krisengipfel in Berlin mit. Den Großteil des Risikos trägt der Bund, nimmt dabei aber auch die Banken in die Pflicht.

IKB-Logo am Hauptsitz in Düsseldorf. Foto: apLupe

IKB-Logo am Hauptsitz in Düsseldorf. Foto: ap

BERLIN/FRANKFURT. Eine Insolvenz der angeschlagenen Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB ist vorerst abgewendet. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) teilten Mittwoch Abend nach einem Treffen des Verwaltungsrats der staatlichen KfW mit, dass der Bund bereit sei, eine Mrd. Euro zur Rettung der IKB bereitzustellen. Die Kreditwirtschaft solle einen Beitrag von 500 Mill. Euro leisten. Ob die Bankenverbände den von ihr geforderten Betrag bereitstellen werden, blieb gestern unklar.


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„Wir haben beschlossen, dass wir alles tun werden, was möglich ist, um zur Rettung der IKB beizutragen“, sagte Glos, der dem KfW-Verwaltungsrat vorsitzt. Die KfW hält 38 Prozent an der IKB. Steinbrück sagte, die Folgen eines Zusammenbruchs der IKB für den Finanzplatz Deutschland und Europa wären unabsehbar. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB), in dem die Privatbanken zusammengeschlossen sind, wollte sich nicht dazu äußern, ob und in welcher Höhe er sich an der Rettung beteiligt. Sparkassen und Genossenschaftsverbände lehnten dagegen noch am Abend eine Beteiligung kategorisch ab. „Wir haben bereits unseren Beitrag geleistet“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken Christopher Pleister.

Die IKB hatte sich mit milliardenschweren Verbriefungsaktionen verhoben und wurde bereits zuvor mit mehr als sechs Mrd. Euro gestützt. Mittwoch Abend teilte die Bank mit, dass sie weitere 950 Mill. Euro auf ihr Wertpapierportfolio abschreiben müsse. Nach Informationen des Handelsblatts muss das Rettungspaket bis zum Wochenende stehen, sonst droht ihr ein Moratorium.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Viele Details sind noch unklar

Unklar blieb, ob der Bund die eine Milliarde Euro auch dann zahlt, wenn der BdB eine Beteiligung ablehnt. Auch wie der Bund die eine Milliarde finanzieren will, ist noch nicht klar.

Sollten sich die drei Bankenverbände dazu durchringen, die von der Regierung geforderten weiteren 500 Mill. Euro zu zahlen, würde sich die gesamte Rettungssumme für die IKB auf gut 7,6 Mrd. Euro summieren. Angesichts eines Instituts, das im letzten Jahresabschluss ein Eigenkapital von gerade einmal 1,4 Mrd. Euro ausgewiesen hatte, eine enorm hohe Summe. Die kommenden Tage dürften vom Tauziehen um diese 500 Mill. Euro bestimmt sein. Fest steht nach Informationen des Handelsblatts, dass bis zum Wochenende ein Komplettpaket zur Rettung der IKB stehen muss.

Steinbrück machte gestern deutlich, dass er die privaten Banken in einer besonderen Pflicht sieht. „Die IKB ist eine private Bank“, sagte er. Im Falle einer Insolvenz wäre der Einlagensicherungsfonds dieser Institutsgruppe besonders belastet. Dieser würde Kundeneinlagen bis zu 30 Prozent des Eigenkapitals entschädigen.

Die Kritik anderer Banken an der Haltung der Privatbanken, die sich bislang gegen weitere Finanzhilfen sträuben, nahm gestern zu. Der Präsident des genossenschaftlichen Bankenverbands BVR, Christopher Pleister, sprach von einem „Abgrund der Verantwortungslosigkeit“, weil der Verband eine mögliche IKB-Insolvenz in Verhandlungen als undramatisch dargestellt habe. Die Unterstützung einer privaten Bank hatte bei den Genossenschaftsinstituten für harsche Kritik gesorgt. Diese hatten in der Vergangenheit Restrukturierungsfälle in den eigenen Reihen aus eigener Kraft stemmen müssen. Abzuwarten bleibt, was die EU-Kommission zu den Nothilfen mit maßgeblicher Beteiligung des deutschen Staates für eine private Bank sagen wird.

Angesichts massiver Kritik kämpft die Vorstandschefin der KfW-Bankengruppe, Ingrid Matthäus-Maier, um die Verlängerung ihres Vertrags. Wie das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen erfuhr, hat sie während einer Krisensitzung am Dienstag zur Rettung der angeschlagenen IKB Mittelstandsbank die Verlängerung ihres Vertrags angesprochen. Demnach erinnerte die KfW-Chefin daran, dass ihr spätestens in diesem Sommer von der Bundesregierung signalisiert werden sollte, ob sie einen weiteren Vertrag erhält. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Steinbrück, die dem Verwaltungsrat der KfW vorsitzen, hätten eine solche Zusage verweigert, heißt es in Teilnehmerkreisen. Die KfW wollte sich hierzu nicht äußern. Matthäus-Maier ist seit Oktober 2006 Vorsitzende der KfW. bas/saf/hgn

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