Staatsanleihen als Risiko: Löst Italien das Krisen-Domino aus?

Staatsanleihen als Risiko
Löst Italien das Krisen-Domino aus?

Der Wahlausgang in Italien versetzt die Märkte in Aufruhr. Die Euro-Krise droht erneut aufzuflammen. Das kann auch Folgen für Banken und Versicherer haben. In deren Bilanzen türmen sich immer noch Staatsanleihen.
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DüsseldorfItalien hat gewählt – mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen für die Euro-Zone. Die Ratingagentur Moody's erwägt wegen der drohenden politischen Blockade eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes. Bei weiteren Entwicklungen, die den wirtschaftlichen Aussichten des krisengeschüttelten Landes schadeten oder auf Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Reformen hindeuteten, werde Moody's eine Herabstufung der Bonität erwägen, erklärt die Agentur. Moody's bewertet Italien seit Juli 2012 mit „Baa2“. Der Ausblick ist negativ.

Ein rapider Bonitätsverlust der Krisen-Staaten gefährdet auch die Stabilität des Finanzsystems. Denn eifrige Käufer von Staatsanleihen sind Banken und Versicherer. Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand im Wert von vielen Milliarden Euro schlummern in den Portfolien der Geldhäuser. Europäische Banken halten sogar bevorzugt Anleihen ihres Heimatstaates in den Büchern.

Auch Fonds, Versicherungen und Pensionskassen besitzen in erheblichem Umfang Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand. So hat etwa die Allianz 2012 stärker in italienische Staatsanleihen investiert. Den Bestand baute der Konzern wegen der als attraktiv gesehenen Risikoaufschläge hingegen von 29,3 auf 29,8 Milliarden Euro aus. Den Bestand an spanischen Papiere reduzierte die Allianz dagegen deutlich.

Die Papiere bergen erhebliche Risiken für die Finanzbranche – wie für die Volkswirtschaften. Denn rutscht ein Staat in die Pleite, müssen die Banken ihre Anleihe-Bestände abschreiben und vergeben weniger Kredite an Unternehmen und Verbraucher. Dies wiederum dämpft die Konjunktur, drückt die Steuereinnahmen und belastet die Staatskasse. Ein Teufelskreis.

„Risiken durch Staatsanleihen in den Bankbilanzen beobachten wir, wie auch die Marktteilnehmer, sehr genau“, sagt Johannes Wassenberg, Managing Director bei der Ratingagentur Moody’s für den europäischen Banksektor. Seine Kollegen bei der Agentur, die Staatsanleihen bewerten, hatten jüngst etwa Großbritannien die Top-Note „AAA“ aberkannt.

Die Regeln der Aufsicht machen den Banken den Erwerb von Staatsanleihen besonders schmackhaft. Denn für Staatsbonds aus den in der OECD zusammengeschlossenen Industrieländern müssen Geldhäuser kein Eigenkapital zurückstellen. Finanzinstitute können nach diesen Regeln, nach dem Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht „Basel II“ genannt, also ohne weitere Risikovorsorge Staatspapiere in ihrem langfristigen Anlagebestand halten.

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  • @Ron777
    „Empört Euch“! Ja! Das ist völlig richtig!
    Und bitte kanalisiert dabei Eure berechtigte Empörung! Denn:

    Es wird demnächst eine neue Partei geben – die Partei „Alternative für Deutschland“, hervorgegangen aus der Wahlalternative 2013.

    Diese Partei wird für die nationalen Währungen plädieren bzw. für „kleinere“ Eurolösungen, wie z.B. den Nord- und Südeuro. Sie will auch eine Bremse sein für die fortschreitende Bürokratisierung aus Brüssel.
    Damit werden wir Eurorettungskritiker endlich eine gemeinsame Stimme haben.
    Ich hoffe, die Stimmen werden möglichst laut und zahlreich sein.
    Bitte bringen Sie sich alle ein!
    Eine bessere Gelegenheit, sich endlich Gehör zu verschaffen und dem undemokratischen Treiben in Brüssel ein Ende zu bereiten, wird nicht kommen!
    Eine starke und einige Eurorettungskritik aus Deutschland wird auch im restlichen Europa nicht überhört werden!
    Nur Mut – und vor allem: bitte nicht alles gleich wieder kaputt diskutieren. Lasst uns einig werden, damit wir endlich Gehör finden. Details sind momentan nicht so wichtig, man kann sie später einbringen.

    Die Italiener haben es uns vorgemacht. Ihre Wahl war eindeutig auch gegen den Euro gerichtet. Schade nur, dass sie dafür einen Berlusconi brauchten. Aber ein anderer war ja nicht in Sicht.

    WIR werden es besser haben, wenn wir dies als unsere Chance erkennen.

  • was Sie das sagen ist korrekt.

    Die Frage ist nur wann ?

  • So wird niemals eine Ratingagentur ein Land auf die
    letzte Stufe des 'D' für payment default on financial
    commitments setzen, welches einem Konkurs gleichkom-
    men würde, weil dann damit automatisch das CDS System
    der Schattenbanken zusammenbrechen würde und damit
    die bankenabhängigen Ratingagenturen.
    Den Dominoeffekt hätte bereits Griechenland 2008 ein-
    leiten können, welches noch in letzter Minute von
    der EZB mit dem ELA-Schneeballsystem vor dem Bankrott
    gerettet wurde und das bis heute!
    So wird weiterhin Griechenland - Irland - Portugal -
    Spanien - Italien weiterhin von der EZB mit der Druk-
    kerpresse, in Abstimmung mit den Ratingagenturen, vor
    dem gefürchteten 'D' vor dem Staatsbankrott gerettet,
    weil diese letzte Einstufung Goldman-Sachs mit in den
    Abgrund reißen würde. Auf die Dauer ist jedoch dieses
    Schneeballsystem der EZB nicht aufrecht zu erhalten,
    weil nicht nur finanzielle Mittel endlich sind, sondern
    nach den unabänderlichen ökonomischen Gesetzen die
    europäische Staatspapierblase, wie die amerik. Hypothe-
    kenblase platzen wird, da dieser Prozeß des Ankaufs
    von faulen europ. Staatsanleihen bereits zu weit fort-
    geschritten ist.
    Dagegen wird auch ein LLoyd C. Blankfein nichts mehr
    ausrichten können, auch wenn er meint Gottes Werke auf
    Erden erfüllen zu müssen.
    Gesunde Wirtschafts- und Finanzsysteme können Spekula-
    tionen abwehren, was man von der angeschlagenen und
    kranken ''EU'', in dem fortgeschrittenen Stadium der
    finanziellen Auflösung, nicht mehr behauptet werden kann
    und die Hoffnung von einer ebenfalls überschuldeten BRD
    gerettet zu werden, dürfte eine Illusion bleiben!

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