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18.08.2008 
Vermarktung von Spezialanleihen

Staatsanwälte legen nach

von Rolf Benders

Im Rechtsstreit um die Vermarktung von Spezialanleihen droht der US-Finanzbranche eine neue Front: Nach Kleinanlegern wollen nun auch US-Bundesstaaten von den Wall-Street-Banken Kompensation für Verluste aus dem Zusammenbruch des Marktes für Spezialanleihen. Auch auf der Anlegerseite verschärft sich die Situation.

Der New Yorker Generalstaatsanwalt, Andrew Cuomo, hat die Banken wegen Übervorteilung von Anlegern im Visier. Foto: ArchivLupe

Der New Yorker Generalstaatsanwalt, Andrew Cuomo, hat die Banken wegen Übervorteilung von Anlegern im Visier. Foto: Archiv

NEW YORK. Damit könnten die milliardenschweren Belastungen aus dem ARS-Desaster für die Institute weiter anwachsen. So beschuldigt die Wertpapieraufsicht von New Hampshire nun die Schweizer Großbank UBS, sie habe den Bundesstaat noch zur Emission von ARS-Papieren in betrügerischer Absicht gedrängt, als der Markt bereits faktisch kollabiert gewesen sei. Konkret geht es um ARS-Emissionen der Agentur für Studentenkredite. UBS bestreitet die Vorwürfe.

In den USA waren ARS bis Februar 2008 für die Banken ein lukrativer 330-Mrd.-Dollar-Markt. Vor allem Kommunen oder andere staatliche Stellen refinanzierten damit günstig ihre Investitionen. Das Besondere an den Titeln: Der Zins wurde in kurzen Intervallen durch eine Auktion unter Investoren festgesetzt. Die Banken verkauften die ARS an Privatanleger als sichere und stets liquide Anlage. Wegen der Finanzkrise wollten aber ab Februar kaum mehr neue Investor an den Auktionen teilnehmen. Die Folge: Die Anleger können die ARS nicht mehr verkaufen, und die Refinanzierungskosten der Emittenten steigen. New Hampshire beziffert die zusätzliche Zinsbelastung auf bislang 25,5 Mill. Dollar.

Ausgangspunkt des ARS-Desasters waren Vorwürfe des New Yorker Generalstaatsanwalts, Andrew Cuomo, die Banken hätten Kleinanlegern diese Papiere nicht verkaufen dürfen. Cuomo und die US-Wertpapieraufsicht SEC zwangen die Institute zum Rückkauf von Papieren im Volumen von über 40 Mrd. Dollar. Emittenten gingen aber bisher weitgehend leer aus.

Das könnte sich ändern. Andere Bundesstaaten wie Vermont und Illinois sehen das Verhalten von UBS und anderen Banken in der Krise ähnlich kritisch, haben aber noch keine Beschwerde eingelegt. Es wird zudem erwartet, dass weitere Gebietskörperschaften unabhängig von der Rettungsaktion für Privatanleger von Cuomo und SEC auf den Plan treten werden. "Ich denke, die Emittenten werden die Angelegenheit selbst in die Hand nehmen", erklärte die SEC-Direktorin Linda Chatman.

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