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06.12.2007 
Subprime-Krise

Staatsanwalt befragt Deutsche Bank

von Torsten Riecke

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann steht neuer Ärger ins Haus: Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat ihre Untersuchung im Zuge der Kreditkrise Berichten zufolge auch auf das deutsche Institut ausgeweitet. Generalstaatsanwalt Yndrew Cuomo soll bei führenden Finanzhäusern Informationen angefordert haben. Der Verdacht gegen die Banken wiegt schwer.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat Post vom New Yorker Staatsanwalt bekommen. Foto: ArchivLupe

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat Post vom New Yorker Staatsanwalt bekommen. Foto: Archiv

NEW YORK. Die großen Wall-Street-Banken geraten im Zuge der Hypothekenkrise jetzt auch ins Visier der Staatsanwaltschaft. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo hat nach einem Bericht des "Wall Street Journals" mehrere Investmentbanken aufgefordert, Informationen über ihre Verbriefungspraktiken von Hypothekenprodukten offenzulegen. Es besteht offenbar der Verdacht, die Banken hätten die äußerst riskanten Schuldtitel an Investoren in aller Welt weiterverkauft, obwohl ihnen die dubiosen Praktiken bei der Vergabe von Baudarlehen an Schuldner mit einer geringen Bonität (Subprime) bekannt waren. Post vom Staatsanwalt sollen unter anderem Merrill Lynch, Bear Stearns und auch die Deutsche Bank bekommen haben. Die Institute lehnten eine Stellungnahme ab.

Die bereits seit dem Sommer laufende Ermittlungen des New Yorker Staatsanwalts erinnern an das Vorgehen von Eliot Spitzer. Der als "Sheriff der Wall Street" bekannte Vorgänger Cuomos und heutige Gouverneur des Bundesstaates hatte die Finanzhäuser mit zahlreichen Ermittlungen überzogen und ihnen Strafen in Milliardenhöhe aufgebrummt. Unter anderem ging es dabei auch um geschönte Aktienanalysen für dubiose Internetfirmen während des Technologiebooms. In ähnlicher Weise versucht Cuomo heute herauszufinden, ob die Wall Street wider besseres Wissen die hohen Risiken der von ihr verbrieften Hypothekenanleihen verschwiegen hat.


Bildergalerie Bild für Bild: Die Opfer der Subprime-Krise


Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Zusammenspiel von Banken und Ratingagenturen. Die Kreditwächter stehen seit Monaten in der Kritik, weil sie angeblich viel zu spät auf die wachsenden Risiken der von ihnen benoteten Kreditderivate reagiert haben. Die Banken bewerten die Bonität der von ihnen verbrieften Finanzprodukte nicht selbst, sondern verlassen sich dabei meist auf das Urteil der Ratingagenturen. Die Rolle der Kreditwächter wird bereits von der Börsenaufsicht SEC und vom US-Kongress geprüft.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Schwere Vorwürfe gegen Goldman

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