Der britische Lebensversicherer Standard Life
konnte im ersten Halbjahr 2008 seinen Nettogewinn fast verdreifachen. Doch der Konzern ist anfällig gegenüber der empfindlichen Abkühlung der Wirtschaft.
LONDON. Der britische Lebensversicherer Standard Life
konnte sein Ergebnis von 57 Mill. Pfund auf 161 Mill. Pfund steigern. Allerdings war für den Anstieg maßgeblich ein Einmaleffekt aus einem Rückversicherungsgeschäft verantwortlich.
Standard Life
ist der drittgrößte britische Versicherer und erzielt rund zwei Drittel seiner Einnahmen auf dem Heimatmarkt. Deshalb ist der Konzern anfällig gegenüber der empfindlichen Abkühlung der britischen Wirtschaft. "Die Marktbedingungen sind schwierig", räumte Vorstandschef Sandy Crombie ein, vor allem die Verluste an den Aktienmärkten würden die Rendite belasten.
Im ersten Halbjahr erreichte Standard Life
einen operativen Gewinn von 534 Mill. Pfund. Davon entfielen 119 Mill. Pfund auf ein Rückversicherungsgeschäft mit Great-West Life Assurance, über das sich Standard Life
gegen so genannte Langlebigkeitsrisiken im Lebensversicherungsgeschäft abgesichert hat. Ohne diesen Einmalertrag hätte das operative Ergebnis bei 415 Mill. Pfund gelegen und damit unter der Durchschnittsschätzung der Analysten.
Das Neugeschäft im britischen Lebensversicherungs- und Pensionsbereich fiel um drei Prozent auf 1,4 Mrd. Pfund. Nach Einschätzung der Analysten der Citigroup
wird Standard Life
in diesem Bereich auch in den kommenden Monaten mit "moderatem Gegenwind" zu kämpfen haben. Nach Veröffentlichung der Zahlen fiel die Standard-Life-Aktie gestern um mehr als vier Prozent.
Auch der Konkurrent Old Mutual
kämpft mit Problemen. Der an der Londoner Börse notierte südafrikanische Versicherer muss sein US-Lebensversicherungsgeschäft mit 150 Mill. Pfund stützen. Die Aktie sackte daraufhin um mehr als acht Prozent ab.mm

