Starker Franken: Credit Suisse erwägt millionenschwere Sparmaßnahmen

Starker Franken
Credit Suisse erwägt millionenschwere Sparmaßnahmen

Die Aufwertung des Franken zwingt die Credit Suisse zu einer Kostensenkung. Einem Medienbericht zufolge erwägt die Bank ein millionenschweres Sparpaket.
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Frankfurt/MünchenDie Credit Suisse könnte einem Zeitungsbericht zufolge mit einem Sparpaket auf die Aufwertung der Schweizer Währung reagieren. Wegen der Frankenstärke müssten die Kosten nochmals um 500 Millionen Franken gesenkt werden, berichtet die "NZZ am Sonntag" unter Berufung auf einen Insider aus dem Umfeld des CS-Topmanagements. Ein Unternehmenssprecher betonte, die Bank analysiere das sich verändernde Währungs- und Zinsumfeld genau. Es seien in diesem Zusammenhang keine Entscheidungen über eventuelle Kostensenkungsmaßnahmen getroffen worden.

Credit Suisse hatte mitgeteilt, dass sich die Frankenaufwertung nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizer Notenbank auf die Gewinnentwicklung des Bankenhauses auswirken könnte. So schlage sich eine zehnprozentige Wechselkursänderung zum Dollar mit 439 Millionen Franken im Vorsteuergewinn nieder. Beim Euro seien es 180 Millionen Franken.

Credit Suisse ist für Schweizer Verhältnisse stark im schwankungsanfälligen und eigenkapitalintensiven Investmentbanking tätig, das weitgehend in Dollar abgewickelt wird. Dagegen erwartet die hinter UBS zweitgrößte Schweizer Bank keinen wesentlich Einfluss der jüngsten Währungsturbulenzen auf ihre Kapitalausstattung. Das Eigenkapital sei gegen Währungsschwankungen abgesichert, hatte CS versichert.

Schweizer Banken haben ihr Geld schon immer zu einem großen Teil im Ausland verdient, während die Kosten stärker in der Schweiz anfallen.

Deutsche Bankkunden sind einem Zeitungsbericht zufolge von der Abkopplung des Schweizer Franken vom Euro deutlich stärker betroffen als bislang bekannt. Allein die Volks- und Raiffeisenbanken vergaben in den Jahren vor der Eurokrise mehr als 30.000 Fremdwährungskredite, davon den weitaus größten Teil in der eidgenössischen Währung, wie die "Süddeutsche Zeitung" (Montagsausgabe) berichtet. Zuletzt soll der Umfang der Fremdwährungskredite demnach bei rund sechs Milliarden Euro gelegen haben, davon entfielen schätzungsweise vier bis fünf Milliarden auf Schweizer Franken.

Nach der Abkoppelung vom Euro verteuerte sich der Franken deutlich. Damit wird auch die Rückzahlung von Krediten teurer, die in Franken abgeschlossen wurden. Wie groß die Gesamtschäden für die Kunden sind, lässt sich dem Bericht zufolge bislang erst grob kalkulieren. Rein rechnerisch könnten die jüngsten Verluste bis zu eine Milliarde Euro betragen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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