Der Liechtensteiner Fürstenbank LGT droht einem Medienbericht zufolge Ärger, da mehrere wegen der dubiosen Anlagen aufgeflogene deutsche Steuersünder sie auf Schadenersatz verklagen wollen. Demnach gibt es bereits sehr konkrete Anfragen, die in diese Richtung gehen.
HB DÜSSELDORF. "Einige sind dazu wild entschlossen", sagte der Vaduzer Rechtsanwalt und frühere Justizminister des Fürstentums, Heinz Frommelt, einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag zufolge. Frommelt habe nach eigenen Angaben allein ein knappes Dutzend meist sehr konkreter Anfragen deutscher Rechtsanwälte erhalten, gegen deren Mandanten hierzulande wegen Steuerdelikten ermittelt werde, schreibt das Blatt. Die Juristen seien dabei, die Rechtslage und die Erfolgsaussichten für Schadensersatzklagen in Liechtenstein auszuloten und diese vorzubereiten.
Derzeit empfehlen sie Frommelt zufolge ihren Mandaten allerdings noch Zurückhaltung und rieten ihnen, zunächst ihre Probleme mit dem deutschen Fiskus zu lösen. "Die Frustration über das Verhalten der LGT und in einigen Fällen offenbar sogar die Wut mancher Anleger scheinen aber sehr groß zu sein", zitiert das Blatt Frommelt.
Die Betroffenen werfen der Bank des Liechtensteiner Fürstenhauses dem Bericht zufolge vor, sie nicht umgehend über den Diebstahl ihrer Kundendaten durch einen Angestellten der Vaduzer LGT Treuhand informiert zu haben. Diese Daten waren unter anderem an den Bundesnachrichtendienst verkauft worden. Mit Hilfe der Daten hatten deutsche Steuerfahnder im Februar dann den Hinterziehungsskandal enthüllt. Prominentester Vertreter in der Affäre ist der Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel.
Am Freitag war im bundesweit ersten Prozess um die Liechtensteiner Steueraffäre ein Immobilienmakler vom Bochumer Landgericht zu einer Geldauflage verurteilt worden.
Wie die "Süddeutsche Zeitung" weiter schreibt, ergibt sich aus den angekündigten Klagen die juristische Frage, ob ein Steuersünder später einen Schaden geltend machen kann, weil er zahlen muss, was ohnehin dem Staat gehört.

