Der Streit zwischen Leo Kirch und der Deutschen Bank um Schadenersatz spitzt sich zu: Vier Wochen vor der Hauptversammlung der Bank werfen Kirchs Anwälte dem früheren Vorstandssprecher Rolf Breuer laut einem Vorabbericht der "Wirtschaftswoche" vor, Anfang 2007 zwei Grundstücke auf seine Frau übertragen zu haben.
HB DÜSSELDORF. "Ich bin fest davon überzeugt, dass dies allein dem Zweck dient, die Vollstreckung eventueller Ansprüche der Deutschen Bank gegen Herrn Breuer zu erschweren", wurde Kirch-Anwalt Wolf Bub-Rüdiger zitiert.
"Das ist vermutlich nur der letzte Schritt einer umfassenden Übertragung von Vermögen", sagte Bub dem Magazin. "Ich bin überzeugt, dass Herr Breuer nun weitgehend vermögenslos ist." Bei den Grundstücken handelt es sich dem Bericht zufolge um Immobilien in Frankfurt und Kitzbühel.
Auslöser der Auseinandersetzung war ein Fernsehinterview, das Breuer Anfang 2002 als Vorstandschef der Bank gegeben hatte. Damals sagte er über die Kirch-Gruppe: "Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen." Zwei Monate später meldete die erste Kirch-Gesellschaft Insolvenz an. Deshalb fordert Kirch Schadenersatz.
Ein Sprecher der Deutschen Bank bezeichnete die Vorwürfe dem Magazin zufolge als völlig haltlos. Der Aufsichtsrat habe den Sachverhalt überprüft und keinen Ansatzpunkt für eine Beanstandung gefunden. "Herr Breuer ist in seiner Vermögensdisposition als Privatmann völlig frei", sagte der Sprecher. Zudem wies die Bank darauf hin, dass im Zweifel die Haftpflichtversicherung einspringen würde.

