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08.07.2007 
Oberbürgermeister will Kompetenzen klar verteilen

Stuttgart treibt Fusionspläne voran

von Peter Köhler

Die Eigentümer der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) haben jetzt ihre Vorstellungen für ein Zusammengehen mit der WestLB skizziert und einen straffen Zeitplan ins Auge gefasst. Der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster machte im Gespräch mit dem Handelsblatt deutlich, dass es bei einer Fusion nicht allein um Größe gehe, gefragt sei eine intelligente Kombination beider Häuser.

FRANKFURT. Das von der WestLB angestrebte Holdingmodell lehnte er dabei ab. „Klar definierte Geschäftsfelder würden beide Standorte stärken. Zu dieser Strategie passt aber keine Holdingstruktur“, sagte Schuster. Die Sondierungsgespräche sollen nach seiner Vorstellung bis September abgeschlossen sein.

Die WestLB steht derzeit im Mittelpunkt der Diskussion um eine Konsolidierung der noch acht selbstständigen Landesbanken in Deutschland. Auslöser war die Absicht von NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU), sich vom Landesanteil in Höhe von 38 Prozent zu trennen. Daraufhin deuteten die tonangebenden Sparkassenverbände an, sie könnten sich ein Zusammengehen mit der größeren LBBW vorstellen, die außerdem das beste Rating besitzt. WestLB-Vorstandschef Thomas Fischer will zunächst bei der SachsenLB einsteigen und präferiert für die Zukunft ein Holdingmodell.

Das Holdingmodell, das der WestLB mehr Gewicht und Einfluss geben würde, lehnen die Stuttgarter aber glatt ab. Nach Vorstellung von Schuster müssten die Aufgaben klar verteilt sein. Für die WestLB könne er sich vorstellen, ihre internationale Präsenz stärker für die Expansion des Mittelstands ins Ausland zu nutzen. Für beide Häuser sollte es eine „Win-win-Situation“ geben, es gehe nicht um eine feindliche Übernahme. Die LBBW und die WestLB müssten sich ergänzen, sonst gebe es am Ende nur Kosten- und Arbeitsplatzeinsparungen. „Das wäre mir aber deutlich zu wenig“, sagte Schuster. Notfalls komme die Stuttgarter Bank auch aus eigener Kraft zurecht. Der Schlüssel für erfolgreiche Verhandlungen sei ein für beide Seiten interessantes Geschäftsmodell. Es gehe nicht darum, über einen Zusammenschluss nur die Bilanzsumme zu steigern. „Wir brauchen eine gemeinsame Wachstumsperspektive“, sagte Schuster. Man müsse prüfen, ob die LBBW auch qualitativ einen Sprung nach vorne mache.

Schuster, der wichtige Posten im Verwaltungsrat, der Trägerversammlung und im Kreditausschuss der LBBW bekleidet, glaubt, dass sich die Beteiligten angesichts der veränderten Wettbewerbssituation durch Fusionen europäischer Banken nicht zu viel Zeit lassen dürfen. „Im September sollten wir entweder in der Lage sein, einen konkreten Verhandlungsauftrag zu erteilen, dem dann ergebnisoffene Verhandlungen folgen müssten, oder aber die Gespräche zu beenden.“ Sobald ein konkreter Verhandlungsauftrag vorliege, sollten die Gespräche bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, gibt Schuster die Marschroute für den Zusammenschluss vor.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kontinuität im Ländle

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