Die Stadt Stuttgart gehört mit einer Beteiligung von 18,9 Prozent zu den einflussreichsten Anteilseignern an der LBBW. In Zukunftsfragen für die Landesbank übt die Stadt in der Regel den engen Schulterschluss mit dem Land, das direkt und über das Förderinstitut L-Bank gut 40 Prozent an der LBBW besitzt. In der Schwabenmetropole ist es zwar vorstellbar, dass der Anteil der Kommune bei einer Fusion leicht verwässert wird, dennoch wollen Stadt und Land auch langfristig den Ton angeben. „Es ist nicht entscheidend, ob die Stadt 19 Prozent oder 16 Prozent der Anteile an der LBBW hält. Allerdings werden wir darauf achten, dass die Stadt und das Land am Ende mit 50 plus X weiter die Mehrheit der Anteile besitzen“, lautet der Anspruch von Schuster. Anteilsfragen seien eine Sache, wichtiger sei aber, ob die erweiterte Bank für die Kunden einen Mehrwert bringe und den Ertrag nachhaltig steigere.
Während sich die Landesregierung in NRW den Einstieg einer „westeuropäischen Großbank“ bei der WestLB vorstellen kann, lehnt Schuster das für seine Landesbank ab. „Die Beteiligung von privatem Kapital an der LBBW ist kein Thema“, sagte er.
Kontinuität im Ländle
Einigkeit: Wenn es um die Landesbank Baden-Württemberg geht, ziehen OB Wolfgang Schuster, Landesvater Günther Oettinger und Sparkassenpräsident Peter Schneider in der Regel an einem Strang. Wie zuletzt bei der Übernahme der Mainzer Landesbank achten die Politiker darauf, dass Stuttgart die Schaltzentrale bleibt.
Historie: Ihre heutige Form verdankt die LBBW einer Megafusion aus dem Jahr 1999. Vereint wurden damals die SüdwestLB, die Landesgirokasse und der Marktteil der Landeskreditbank. Erstmals gelangte so eine Landesbank in den Besitz eines größeren Filialnetzes für das Massenkundengeschäft.

