Die anhaltende Krise auf dem US-Hypothekenmarkt hat erneut eine deutsche Bank in Bedrängnis gebracht. Die Sächsische Landesbank (Sachsen LB) erhielt kurzfristig einen Kredit von 17,3 Milliarden Euro von der Sparkassen- Finanzgruppe, teilte die Sachsen LB mit.
HB LEIPZIG. Die US-Hypothekenkrise hat eine zweite deutsche Großbank erfasst. Die Sachsen LB räumte am Wochenende Probleme bei einer Investmentgesellschaft ein, die die Kreditwürdigkeit der ganzen Bank gefährdeten.
Andere Landesbanken und Sparkassen stützen die Sachsen LB nun mit Krediten über 17,3 Milliarden Euro. Auch in den USA forderte die Krise weitere Opfer: Der Fondsanbieter Sentinel beantragte Gläubigerschutz. Die Hypothekenbank Novastar kündigte an, jeden dritten Mitarbeiter zu entlassen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte als Konsequenz aus der Kreditkrise mehr Transparenz an den Finanzmärkten an. Die von der Landesbank-Tochter SachsenLB Europe verwaltete Spezialgesellschaft Ormond Quay habe sich wegen des schwierigen Marktumfelds bei Commercial Papers (CP) nicht mehr ausreichend refinanzieren können, hieß es.
Die Bonität der gesamten Bank sei dadurch in Frage gestellt worden. CPs sind Anleihen mit sehr kurzer Laufzeit. Einen „Spiegel“-Bericht, wonach ihr Bewertungsverluste von mindestens 500 Millionen drohten, dementierte die Sachsen LB: „Das ist Unsinn“, sagte ein Banksprecher: „Wir erwarten keine erhöhten Wertberichtigungen aus dem gemanagten Portfolio.“
Allerdings kommen auf die ohnehin als finanzschwach geltende Sachsen LB durch das US-Engagement Ergebniseinbußen zu. „Die Umstellung der Refinanzierung der Ormond-Quay-Struktur wird das Jahresergebnis der Sachsen LB belasten“, teilte die Bank mit.
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