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24.08.2007 
Experten sehen aber keine Schieflage

Subprime-Krise trifft auch Bank of China

von Andreas Hoffbauer, Peking

Ganz spurlos geht die US-Hypothekenkrise doch nicht an der Bank of China (BoC) vorbei.

Ein Sicherheitsbeamter geht am Hauptgebäude der Bank of China in Peking. Foto: ap Lupe

Ein Sicherheitsbeamter geht am Hauptgebäude der Bank of China in Peking. Foto: ap

PEKING. Die zweitgrößte Bank der Volksrepublik hat seinen Investoren mitgeteilt, dass das Institut mit umgerechnet rund 7,2 Mrd. Euro am Markt für zweitklassige Hypothekenkredite in den USA investiert habe. Analysten zeigten sich überrascht. Die Summe lag deutlich über den Erwartungen und ist der bislang größte bekannte Anteil einer asiatischen Bank an der US-Krise.

Der Kurs der BoC-Aktie ging darauf am Freitag in Hongkong deutlich zurück. In Schanghai hielt sich der Wert dagegen. „Es ist ein bisschen mehr als wir erwartet haben“, kommentierte ein Analyst in Hongkong das US-Engagement der Bank of China. „Die Subprime-Krise wird die Bank weiter unter Druck setzen.“


Bildergalerie Bild für Bild: Wie es zur Subprime-Krise kam


Nach dem guten Quartalsergebnis seien dies Zahlen, „die Anleger nicht hören wollen“, meinte auch Warren Blight Fox-Pitt Kelton Asia in Hongkong. Allerdings erwarten die Experten durch das US-Engagement keine finanzielle Schieflage bei Chinas Vorzeigebank. Nach dem Einstieg Chinas bei Blackstone sei klar gewesen, dass chinesische Institute auch am Subprime-Markt engagiert sind.

Die US-Hypotheken der Bank of China haben nach Angaben der Analysten durchweg ein gute Bewertung. Für eine Bank mit einem Eigenkapital von knapp 40 Mrd. Dollar dürften die Auswirkungen gering ausfallen, hieß es bei Fitch Ratings. Der Subprime-Verlust dürfte nach ersten Schätzungen bei 150 Mill. Dollar überschaubar bleiben.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: UBS stuft die Aktie hoch

Im ersten Halbjahr hat die Bank of China den Nettogewinn um 52 Prozent auf 29,54 Mrd. Yuan (2,9 Mrd. Euro) gesteigert. Die Bank teilte mit, man habe bereits rund 150 Mill. Dollar für die zu erwartenden Verluste bereitgestellt. „Das ist Risiko ist sehr gering“, sagte Zhu Min, Vizepräsident der Bank of China. Die Bank hatte bereits vergangene Woche Meldungen über einen deutlich höheren Schaden zurückgewiesen.

Anleger könnten den deutlichen Kursrückgang des BoC-Papiers nun zum Einstieg nutzen, so einige Analysten. Die UBS Bank stufte die Aktie am Freitag von „neutral“ auf „kaufen“ zurück. Die Bank of China, die weltweit rund 11 000 Filialen hat, war im Juni 2006 an die Hongkonger Börse gegangen und hatte gut acht Mrd. Euro eingespielt. An der chinesischen Großbank ist ein Konsortium um die Royal Bank of Scotland mit gut acht Prozent beteiligt. Zu den Großaktionären gehören auch der staatliche Investmentfond Temasek aus Singapur sowie die Asian Development Bank (ADB) und die die Schweizer Bank UBS.

Auch die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) hat eingeräumt, sich mit 900 Mill. Euro am US-Markt für schlechter besicherte Hypotheken beteiligt zu haben. Der Kurs der Aktie gab darauf zum Wochenausklang ebenfalls nach, obwohl die nach Börsenwert weltgrößte Bank ihren Überschuss im 1. Halbjahr sogar um fast 62 Prozent auf umgerechnet rund vier Mrd. Euro gesteigert hat.

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