Das größte südkoreanische Kreditinstitut, die Kookmin Bank, konnte ihren Nettogewinn im vierten Quartal 2007 fast verdoppeln und den Umsatz kräftig steigern. Auch andere wichtige koreanische Banken legten höhere Umsatzzahlen vor. Die Gründe dafür sind vielfältig.
TOKIO. Ein Grund war schlicht die Ausweitung des Geschäfts in einem Land, in dem die Mittelklasse gerade erst Anlageprodukte jenseits des Sparbuchs entdeckt. Doch auch die Nettogewinnmargen stiegen. Die Kookmin Bank
erreichte 3,39 statt zuvor 3,33 Prozent. "Die Banken machten sich im vierten Quartal das Leben durch weniger Konkurrenz leichter", sagt Analyst Mo Jae-Sung von Hanwha Investment Trust. Dazu kommt, dass die Institute im vergangenen Jahr mehr Geld für Risikovorsorge zurücklegen mussten, weil die Regierung sie dazu zwang.
Das lässt die Gewinnkurve noch steiler aussehen. Kookmin ist eher eine Bank für den normalen Koreaner - vergleichbar den Raiffeisenbanken oder der Postbank.
Doch strebt das Institut anscheinend nach Übersee. Presseberichten zufolge will Kookmin einen Anteil von 30 Prozent an der Bank Center Credit (BCC) aus Kasachstan für 600 Mrd. Won (430 Mill. Euro) kaufen.
Die Finanzdienstleister Shinhan Securities berichtete ebenfalls von einer Ausweitung der Gewinnmarge. Außer der Rückführung von Lockangeboten für Privatkunden trug auch eine strengere Auswahl der Firmenkunden zur Verbesserung bei. Zwar vergaben die Banken weniger Kredite, doch die, die sie vergaben, waren sicherer. Die Marge der Shinhan Securities erreichte 2,3 Prozent, ein Prozent mehr als im Vorjahr. Der Nettogewinn ging allerdings um 16 Prozent zurück. "Das ist ein Einmaleffekt, der Rückgang ist ohne Belastung durch die Risikovorsorge viel niedriger", sagt Analyst Ko Yong-Uk von Daewoo Securities.
Das fünftgrößte Institut des Landes, die Korea Exchange Bank (KEB), berichtete dagegen von einem leichten Gewinnrückgang. Die KEB musste ihre Risikovorsorge ausbauen, was auf das Ergebnis schlug. Der Umsatz war im gleichen Quartal um zehn Prozent gestiegen. Die KEB gehört dem US-Investor Lone Star, dessen Korea-Chef, Paul Yoo, am Freitag ins Gefängnis musste. Dem Richter zufolge hatte das Unternehmen bei Übernahme der KEB gegen das Wertpapiergesetz verstoßen. Lone Star soll den Wert seines koreanischen Übernahmeziels durch die Verbreitung von falschen Gerüchten in den Keller getrieben haben. Die Verhaftung irritiert ausländische Investoren, die in dem Urteil einen Beleg für den Provinzialismus der südkoreanischen Finanzbranche sehen.

