Obgleich die Übernahme des Kölner Konkurrenten Gerling den Versicherungskonzern viel Kraft und auch Geld gekostet hat, kam am Ende ein Rekordergebnis für 2006 heraus. Im laufenden Jahr dürfte sich Gerling sogar zum Glücksfall für Talanx entwickeln, müsste der Konzern doch sonst mit Einbußen rechnen.
HB HANNOVER. Der Konzerngewinn nach Steuern stieg von 245 auf knapp 394 Mill. Euro, wie Talanx-Vorstandschef Herbert Haas am Donnerstag in Hannover berichtete. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag trotz der Integrationskosten von 166 Mill. Euro für Gerling mit 1,3 Mrd. Euro erstmals über der Milliardengrenze. Im Vorjahr waren es erst 521 Mill. Euro gewesen. An Bruttoprämien nahm Talanx dank Gerling 19,4 nach 15,4 Mrd. Euro ein. Allerdings gingen die übernommenen Gerling-Gesellschaften im vergangenen Jahr nur anteilig in den Konzernabschluss ein.
Als Gründe für die Verdoppelung des operativen Gewinns nannte Haas sowohl die Fusion mit Gerling, als auch eigenes Wachstum. Außerdem habe es deutlich weniger Großschäden gegeben als im Vorjahr.
Auch der Ausblick fiel durchwachsen aus: Bei den Bruttoprämien sei 2007 mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 20 Mrd. Euro zu rechnen, hieß es vom Unternehmen. Ohne Gerling würde es allerdings in einigen Segmenten zu einem Rückgang bei den Prämieneinnahmen kommen. Das Ebit soll in diesem Jahr um 5,4 Prozent auf die Bestmarke von rund 1,4 Mrd. Euro steigen. „In vielen Bereichen wird der Wettbewerb intensiver“, sagte Haas. Die Folge seien rückläufige Beitragseinnahmen.
Die drittgrößte deutsche Versicherungsgruppe Talanx hatte Anfang 2006 die Versicherer der Gerling-Gruppe übernommen. Während die Lebensversicherer beider Gruppen ohne Probleme fusioniert werden konnten, stand dem in der Schadenversicherung bis vor kurzem noch die Abfindung der Kleinaktionäre der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG (GKA) entgegen.

