Die italienische Großbank Unicredit
plant in Westeuropa den Abbau von 9 000 Stellen, knapp fünf Prozent ihrer Belegschaft. Das wird wohl auch die deutsche Tochter HVB
massiv treffen.
Das HVB-Verwaltungsgebäude. Der Stellenabbau der Mutter Unicredit wird sich für die Münchener auswirken. Foto: ap
ax/HB MAILAND/MÜNCHEN. Der Stellenabbau sei im Rahmen des strategischen Plans für 2008 bis 2010 vorgesehen, teilte das viertgrößte Geldhaus Europas mit. Die Einschnitte in Italien, Deutschland und Österreich stünden vor allem im Zusammenhang mit der Integration der übernommenen römischen Capitalia-Bank. Auch bei der Münchener HVB
sind Handelsblatt-Informationen zufolge 2 000 bis 2 500 Stellen bedroht. In Deutschland und Österreich gebe es noch "Raum für Verbesserungen", sagte Unicredit
-Vorstandschef Alessandro Profumo.
Die Arbeitnehmervertreter wollen den zusätzlichen Stellenabbau bei der Hypovereinsbank nicht widerstandslos hinnehmen. "Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen", sagte HVB
-Aufsichtsrat Klaus Grünewald von der Gewerkschaft Verdi dem Handelsblatt. Die Personaldecke bei der Bank sei bereits jetzt dünn, die Arbeitsbelastung der Beschäftigten hoch. "Mit jeder Maßnahme, die man jetzt noch draufsetzt, betreibt man Ertragsabbau." Pure Kostenreduzierung sei ein "Akt der Ideenlosigkeit".
Bei der HVB
war erst kürzlich angekündigt worden, dass in diesem und im nächsten Jahr 1 800 Arbeitsplätze gestrichen oder ausgegliedert werden sollen. Ein Teil der Stellen wird nach Polen verlagert. In Finanzkreisen wird nun damit gerechnet, dass im Zuge der neuen Unicredit
-Sparrunde noch einmal bis zu 2 500 Stellen wegfallen könnten. Wo die Kapazitäten gekürzt werden können, sei völlig offen, sagte ein anderer Aufsichtsrat. "Es wird auch gemunkelt, dass Filialen geschlossen werden könnten."
Die HVB
gehört seit 2005 zur Unicredit
. Seitdem ist sie radikal umgebaut worden. Die einstige Tochter und Ertragsperle Bank Austria
wurde nach Mailand abgegeben, dafür wird die Kompetenz für das Investmentbanking der gesamten Gruppe bei der HVB
gebündelt. Mit der Übernahme stieg Unicredit
zu einer der größten Banken in Europa auf. Ende 2005 hatte die Münchner HVB
rund 27 300 Mitarbeiter, Ende 2007 waren es nur noch 24 800. Für die UniCredit
-Gruppe waren zuletzt gut 180 000 Menschen tätig.

