Griechenlands viertgrößte Bank stößt auch außerhalb des Landes auf großes Interesse. Um Emporiki zeichnet sich bereits ein Bieterwettstreit ab.
HB NIKOSIA. Nach der französischen Credit Agricole legte am Donnerstag auch die Bank of Cyprus ein Angebot vor. Mit knapp 3,8 Mrd. Euro bewertet dieses die Griechen deutlich höher als die Agricole-Offerte im Volumen von 3,1 Mrd. Euro. Analysten zufolge dürften die Franzosen, die bereits neun Prozent an Emporiki halten, nun nachziehen und ihr Gebot erhöhen. Griechenland will die Emporiki-Privatisierung 2006 abschließen. Derzeit hält der Staat noch 40 Prozent an der Bank. Der Verkaufserlös aus dieser und anderen Privatisierungen soll zum Abbau öffentlicher Schulden verwendet werden.
Konkret bietet die zyprische Bank je Emporiki-Aktie 3,25 eigene Papiere plus sechs Euro in bar. Agricoles Angebot ist dagegen komplett in bar, was einige Experten als attraktiver für den Emporiki-Hauptaktionär, die griechische Regierung, bezeichneten. Der Bieterstreit ähnelt dem Kampf von David gegen Goliath: Credit Agricole ist eine der größten europäischen Banken mit einem Marktwert von mehr als 53 Mrd. Euro. Sie ist damit rund zehn Mal größer als die in Zypern und Athen gelistete Bank of Cyprus, die eine Marktkapitalisierung von rund fünf Mrd. Euro aufweist. Zum Vergleich: Die Emporiki hat einen Marktwert von 4,55 Mrd. Euro.
Dennoch gaben sich die Zyprer zuversichtlich, am Ende zum Zug zu kommen. „Wir würden dies als sehr gutes Angebot bezeichnen“, sagte Bank-Chef Yiannis Kypri. Zusätzliches Fremdkapital müsse für die Übernahme nicht aufgenommen werden. Damit die Übernahme erfolgreich sei, müssten mindestens 40 Prozent des Emporiki-Kapitals dem Gebot zustimmen. Emporiki-Aktien zogen bis zum Mittag um 1,5 Prozent auf 27,60 Euro an. Auch die Titel der Bank of Cyprus und von Credit Agricole lagen im Plus.

