Im Übernahmekampf um die viertgrößte US-Bank Wachovia
steht US-Medien zufolge als Kompromiss eine Zerschlagung des Instituts zur Diskussion.
Wachovia-Filiale nahe der Zentrale in Charlotte im US-Staat North Carolina. Die viertgrößte US-Bank könnte zerschlagen werden. Foto: Reuters
HB NEW YORK. Die beiden Kaufinteressenten Citigroup
und Wells Fargo
verhandelten über eine Aufteilung der Bank, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag. Die US-Notenbank dringe wegen der Schieflage von Wachovia
auf eine rasche Einigung. Parallel zu den Gesprächen zogen beide Kontrahenten unterdessen vor Gericht.
Wachovia
war im Zuge der Kreditkrise wegen Milliardenverlusten massiv unter Druck geraten. Die Citigroup
hatte vor einer Woche unterstützt von den Behörden den Kauf weiter Teile der Bank für 2,2 Mrd. Dollar angekündigt. Am Freitag gab dann überraschend Wells Fargo
gemeinsam mit Wachovia
die Komplettübernahme per Aktientausch im weit höheren Wert von rund 15 Mrd. Dollar bekannt.
Die Citigroup
wirft Wachovia
Vertragsbruch vor und hatte vor Gericht zunächst einen vorläufigen Stopp der geplanten Übernahme durch Wells Fargo
erreicht. Ein höheres Gericht hob die Entscheidung aber wieder auf.
Angesichts neuer drohender Milliardenlöcher bei Wachovia
drängt die Zeit für eine rasche Einigung. Andernfalls könnte die Bank laut den Berichten in noch größere Schwierigkeiten kommen. Bei einer Übernahme allein durch Wells Fargo
könnten Wachovia
jedoch Schadensersatzansprüche der Citigroup
in Milliardenhöhe drohen.

