Trotz massiver Abschreibungen beim Anleiheversicherer: MBIA gibt Entwarnung bei Rating-Note

Trotz massiver Abschreibungen beim Anleiheversicherer
MBIA gibt Entwarnung bei Rating-Note

Der weltgrößte Anleiheversicherer MBIA ist nach massiven Abschreibungen im Zuge der Kreditkrise im vierten Quartal in die Verlustzone gerutscht. Die dringend weiter benötigte Top-Note der internationalen Ratingagentur S&P ist nach Angaben des Finanzchefs des Bondversicherers jedoch nicht von einer Herabstufung bedroht.

HB NEW YORK. Die Aktie des auch Monoliners genannten Unternehmens drehte nach den Äußerungen zum Rating-Ausblick deutlich ins Plus und zog den gesamten US-Aktienmarkt mit nach oben. Und das obwohl der US-Finanzkonzern für das laufende Jahr ein ebenfalls schwaches Geschäft erwartet.

Den Nettofehlbetrag für das letzte Vierteljahr 2007 bezifferte MBIA am Donnerstag auf 2,3 Mrd. Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 181 Mill. Dollar verbucht. Das Minus fiel noch deutlicher aus als am Markt ohnehin erwartet und hatte damit zeitweise Befürchtungen an den Börsen verstärkt, dem Unternehmen drohe eine Rating-Herabstufung. Ein solcher Schritt könnte das Geschäftsmodell von MBIA ins Wanken bringen: Sollte der Versicherer seine Top-Bonitätsnoten verlieren, könnte dies Investoren zwingen, die von ihm garantierten Anleihen zu verkaufen. Zugleich berichtete das Unternehmen über Abschreibungen von 3,5 Mrd. Dollar sowie neugebildete Rückstellungen von mehr als 700 Mill. Dollar.

MBIA -Finanzchef C. Edward Chaplin sagte bei einer Analystenkonferenz, dass er für das laufende Jahr ein schwaches Geschäft erwarte. Trotz des schwierigen Umfeldes gebe es aber weiter Nachfrage nach von MBIA versicherten Produkten. In den ersten drei Januarwochen habe das Unternehmen Anleihen im Wert von 700 Mill. Dollar versichert. Darüber hinaus habe ihm die S&P signalisiert, dass der Kapitalplan des Unternehmens ausreiche, um die Top-Bewertung AAA zu halten. Mit der Ratingagentur Moody's wolle MBIA weiter zusammenarbeiten, um wieder die Bestnote AAA zu bekommen. Chaplin rechne mit einem "positiven" Ergebnis der Ratingüberprüfung.

Zu den von MBIA versicherten Produkten gehören Anleihen von US-Kommunen sowie gebündelte Verbraucherkredite. Erwartet wird, dass dem Unternehmen ebenso wie seinen Konkurrenten hohe Auszahlungen für Anleihen mit Bezug zum krisengebeutelten Segment der zweitklassig besicherten US-Hypothekenkredite (subprime mortgages) bevorstehen. Der kleinere Konkurrent Ambac Financial Group hatte kürzlich nach Abschreibungen von 5,2 Mrd. Dollar einen Quartalsverlust von 3,3 Mrd. Dollar verbucht. Für MBIA arbeitet die Versicherungsaufsicht des US-Bundesstaats New York bereits mit Banken und anderen Anleiheversicherern an einem Rettungsplan.

Die Wall Street diskutiert derzeit über eine konzertierte Aktion zur Rettung der Versicherer von Anleihen (Bonds). Sollte einer von ihnen straucheln, droht den Finanzmärkten ein weiterer Nackenschlag. Die Spezialversicherer stehen im Zweifel für Ausfälle bei Anleihen gerade. Bekommen sie selbst Probleme, wird der Schutz der Anleger ungewisser oder gar hinfällig. Für die Emittenten von Anleihen, zum Beispiel Unternehmen, wird zugleich ihre Finanzierung schwieriger und deutlich teurer.

Nach Angaben von MBIA hat die Beteiligungsfirma Warburg Pincus mittlerweile eine wichtige Finanzspritze von 500 Mill. Dollar abgeschlossen. Dieser und andere Schritte würden zusammen mit einem geringerem Kapitalbedarf wegen eines verlangsamten Geschäftswachstums dazu führen, dass das Unternehmen auch künftig die Voraussetzungen für die höchsten Bonitätsnoten übererfülle, betonte MBIA -Chef Gary Dunton.

Die MBIA -Aktie drehte im Handelsverlauf deutlich ins Plus und legte um 6,2 Prozent zu. Das Papier hatte am Mittwoch nach einem Fernsehbericht über eine bevorstehende Herabstufung massiv Federn lassen. Im vergangenen Jahr hat der Anteilsschein 81 Prozent abgegeben.

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