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27.03.2008 

Auch mehr als ein halbes Jahr nach der Entdeckung von massiven Fehlspekulationen bei der Mittelstandsbank IKB ist das ganze Ausmaß des Schadens noch nicht genau überschaubar. Im Kern geht es dabei um Verluste durch die von der IKB betreute US- Zweckgesellschaft Rhineland Funding, Verluste durch riskante Papiere in der IKB-Bilanz selbst und zudem um Verluste durch den massiven Kursabsturz der IKB-Aktien.

30. Juli 2007:

Die KfW übernimmt alle Rechte und Pflichten aus einer Liquiditätslinie, die die IKB der Zweckgesellschaft Rhineland Funding gegeben hatte. Das Volumen wird von der KfW in einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht mit etwa 8,1 Mrd. Euro angegeben.

2. August 2007:

Die IKB teilt mit, dass die KfW nicht nur alle Risiken aus Rhineland Funding, sondern darüber hinaus weitere erwartete mögliche Verluste aus riskanten Bilanzpositionen der IKB in Höhe von einer Milliarde Euro übernehmen wird.

15. August 2007:

Die KfW schätzt in einem Bericht an die US- Aufsicht das Potenzial des möglichen Verlustes aus der Risikoabschirmung der IKB auf 2,5 Mrd. Euro und bildet dafür eine Rückstellung. Später wird die Risikovorsorge auf 4,8 Mrd. Euro aufgestockt.

16. August 2007:

Der inzwischen gebildete Bankenpool aus KfW, öffentlichen und privaten Banken einigt sich auf eine Aufteilung der Kosten für die Risikoabschirmung der IKB bezüglich Rhineland Funding sowie weiterer direkter Investments der IKB in strukturierte Kreditderivate. Demnach trägt die KfW 70 Prozent der Lasten, 30 Prozent übernehmen die übrigen Banken. Dabei sollten die Kosten für die übrigen Banken zunächst auf eine Milliarde Euro begrenzt sein.

28. November 2007:

Der Bankenpool einigt sich auf die Übernahme von rund 520 Mill. Dollar (350 Mio Euro) weiterer Risiken bei der IKB, die bislang nicht unter den Risikoschirm gefallen sind. Dabei handelt es sich um Zusagen, die die IKB dritten Banken gegeben hatte, wenn diese Geld an Rhineland Funding geben. Diese Rückversicherung lief unter dem Namen Havenrock. Rund 43 Prozent dieser Summe trägt die KfW, den Rest die übrigen Banken. In der Folge weist der Fonds für allgemeine Bankrisiken der KfW nur noch 350 Mill. Euro auf.

31. Dezember 2007:

Die KfW muss den Wert ihres IKB-Pakets angesichts des Kursabsturzes der IKB-Aktie teilweise abschreiben. Die Aktie war von zeitweise mehr als 30 Euro auf rund sechs Euro zum Jahresende abgestürzt.

7. Januar 2008:

Die KfW übernimmt im Rahmen der Umsetzung der jüngsten Risikoabschirmung eine von der IKB emittierte Aktienanleihe im Volumen von 54,3 Mill. Euro. Der Anteil der KfW an der IKB könnte sich damit von 37,8 auf 43,4 Prozent erhöhen. Zwei Tage später wird auch der Rest der jüngsten KfW-Zusage durch Verträge umgesetzt.

13. Februar 2008:

Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) teilen nach einer Krisensitzung des KfW-Verwaltungsrats in Berlin mit, dass die IKB weitere 1,5 Mrd. Euro erhalten solle. Davon will der Bund eine Milliarde Euro aufbringen. Da die KfW 800 Mill. Euro als Verkaufserlös aus ihrem IKB-Anteil einplant, umfasst das Rettungspaket brutto sogar 2,3 Mrd. Euro.

19. Februar 2008:

Die KfW gibt der IKB gemäß der Vereinbarung 600 Mill. Euro. Das Geld ist als Kredit ausgestaltet, wie die IKB in einer späteren Mitteilung berichtet.

3. März 2008:

Die Suche nach einem Käufer für die IKB zieht sich in die Länge. Nach Informationen aus Finanzkreisen gibt es gut ein halbes Dutzend Interessenten. Zu Details und auch zum weiteren Zeitplan gibt es keine Angaben.

20. März 2008:

Eine zweite Tranche aus dem Rettungspaket vom Februar wird an die IKB gezahlt. Nach den 600 Mill. Euro im Februar fließen nun noch einmal 450 Mill. Euro, heißt es in einer IKB-Mitteilung. Die übrigen 1,25 Mrd. Euro sollen dem Vernehmen nach für die geplante große Kapitalerhöhung bei der IKB zur Verfügung stehen, durch die die KfW auf etwa 90 Prozent der Anteile kommen könnte. Zudem berichtet die IKB, sie erwarte zusätzliche 590 Mill. Euro Bewertungsverluste auf ihre Bestände und rechnet nunmehr für mehrere Geschäftsjahre mit keinen oder nur geringen Überschüssen.

27. März 2008:

Hauptversammlung der IKB: Die KfW will die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat vertagen und einen Sonderprüfer einsetzen. Insgesamt wurden in den vergangenen Monaten mehr als acht Mrd. Euro zur Rettung der IKB bereitgestellt. Auf der Hauptversammlung sollen die Aktionäre auch eine Kapitalerhöhung beschließen.

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