Die Schweizer Großbank UBS
hat im zweiten Quartal zwar weitere Verluste auf ihre Positionen im amerikanischen Hypothekenmarkt verzeichnet. Trotzdem bestehe keine Notwendigkeit, zusätzliches Eigenkapital zu beschaffen, gab das Geldhaus am Freitag bekannt. Vorbörlich gab das der Aktie Auftrieb.
HB ZÜRICH. Mit Hilfe einer Steuergutschrift von drei Mrd. Franken und den Erträgen aus dem zweiten Standbein Vermögensverwaltung wird sie aber auf ein ausgeglichenes bis leicht negatives Ergebnis kommen. Daher bestehe keine Notwendigkeit, zusätzliches Eigenkapital zu beschaffen, erklärte die Bank am Freitag weiter.
Analysten hatten mit einem Quartalsverlust von bis zu fünf Mrd. Franken gerechnet und zuletzt hatten die Spekulationen auch unter Analysten zugenommen, dass die größte Schweizer Bank möglicherweise eine dritte Kapitalerhöhung ins Auge fassen müsse. Im ersten Quartal 2008 war die Bank auf einen Verlust von 11,5 Mrd. Franken (7,1 Mrd. Euro) gekommen.
Weitere Einzelheiten nannte die Bank zunächst nicht. Der Quartalsabschluss wird am 12. August vorgelegt.
In der Investmentbank seien im zweiten Quartal weitere Abschreibungen und Verluste auf die Engagements im amerikanischen Hypothekenmarkt angefallen. Am stärksten seien die Kreditabsicherungsengagements gegenüber den Anleiheversicherern betroffen gewesen, hieß es weiter.
Die Neugeldentwicklung war in der Berichtsperiode negativ, wie die Bank weiter mitteilte. Das habe vor allem für den Monat April gegolten. Im Mai und im Juni habe sich die Situation vor allem im Vermögensverwaltungsgeschäft verbessert.
Die Bank rechne per Quartalsende mit einer BIZ-Kernkapitalquote von rund 11,5 Prozent.
Die UBS
-Aktie war vorbörslich sechs Prozent höher indiziert gegenüber einem Schlusskurs von 21,02 Franken am Vortag. Zu 21 Franken hatte die Bank die Aktien der letzten Kapitalerhöhung ausgegeben.
Händler rechneten an der Börse erst einmal mit Deckungskäufen. UBS
habe den Tag für die Bekanntgabe der ersten Abschlussangaben geschickt gewählt, hieß es weiter. Die US-Börsen sind geschlossen und von dort können dann am Nachmittag keine Gewinnmitnahmen kommen.
Am vergangenen Mittwoch hatte auch die Deutsche Bank
vorab Informationen über das zweite Quartal veröffentlicht. Die Bank stellte einen Gewinn in Aussicht und betonte, sie brauche kein frisches Kapital. Die Aktien der größten deutschen Bank hatten daraufhin kräftig angezogen.

