Vier Quartale lang hat die UBS
im Zuge der US-Hypothekenkrise Milliardenverlusten eingefahren. Jetzt hat die Schweizer Großbank trotz der dramatischen Lage an den Finanzmärkten offenbar die Trendwende geschafft.
Die UBS-Zentrale in Zürich: Die Anleger fassen offenbar wieder Vertrauen in die Schweizer Großbank. Foto: dpa
BASEL. Die Schweizer Großbank hat offenbar trotz der dramatischen Lage an den Finanzmärkten die Trendwende geschafft. "Wir rechnen im dritten Quartal mit einem kleinen Gewinn", sagte Verwaltungsratschef Peter Kurer auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Bank in Basel. Auch für 2009 ist Kurer optimistisch und verspricht "insgesamt ein profitables Jahr". Die UBS
habe ihre Bestände von US-Gewerbe- und Wohnhypotheken meist durch Verkäufe signifikant reduziert. Weitere Rückstellungen für Kreditrisiken seien aber zu erwarten.
Nach Berechnungen von Analysten hatte die UBS
zuletzt noch riskante Hypothekenpapiere mit einem Volumen von 31 Mrd. Franken in den Büchern. Zusätzliche Abschreibungen von bis zu fünf Mrd. Franken seien notwendig, schätzt das Brokerhaus Helvea. Stefan-Michael Stalmann, Analyst bei Dresdner Kleinwort, taxiert den Konzerngewinn im dritten Quartal auf etwa 755 Mio. Franken. Es wäre der erste Gewinn seit dem zweiten Quartal 2007.
Keine Angaben machte Kurer zu den Spekulationen über einen weiteren Stellenabbau. Nach unbestätigten Informationen will die UBS
weitere rund 1.900 Stellen abbauen, die meisten davon im Investment Banking. Der Verwaltungsratschef kündigte allerdings an, die Kostenbasis und den Personalbestand in den kommenden Monaten weiter zu verringern.
Die UBS
wurde von allen europäischen Banken am stärksten von der Finanzkrise getroffen. Die Schweizer mussten bislang rund 48 Mrd. Franken abschreiben und haben im Gegenzug rund 30 Mrd. Franken neue Eigenmittel aufgenommen. Diese "frühzeitigen" Maßnahmen würden sich jetzt auszahlen, sagte Kurer. Insbesondere die zweifache Kapitalaufnahme und die weitreichenden Änderungen im Geschäftsmodell seien wichtig, um die UBS
jetzt durch die Turbulenzen zu manövrieren. Mit einer Kernkapitalquote von 11,6 Prozent gehöre die Bank zu den am besten kapitalisierten Finanzhäusern der Welt.
Kurer bekräftigte seine strategische Neuausrichtung. "Wir haben uns von dem integrierten Geschäftsmodell verabschiedet", sagte der Manager. Die drei Geschäftssparten Wealth Management, Asset Management und Investment Banking werden in drei autonome Unternehmensbereiche aufgeteilt. Damit will Kurer die Bank nicht nur schlanker und agiler machen, sondern auch die Transparenz über die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche erhöhen. Quersubventionen soll es in Zukunft nicht mehr geben.

