Der Schweizer Bankkonzern UBS schlägt die Wiederwahl ihres unter Druck stehenden Präsidenten Marcel Ospel in den Verwaltungsrat vor. Zugleich bereitet sie aber den raschen Rückzug Ospels vor. Ein Nachfolger scheint bereitzustehen.
Die Zeit von Marcel Ospel als UBS-Verwaltungsratspräsident scheint sich dem Ende entgegen zu neigen. Foto: ap
HB ZÜRICH. Mit dem Antrag, die Amtsdauer aller Verwaltungsräte auf ein Jahr zu verkürzen, machte UBS
den Weg für einen baldigen Rücktritt Ospels frei.
UBS
Die UBS
ist die von der US-Hypothekenkrise am stärksten betroffene europäische Bank. Milliarden-Abschreiber führten 2007 zu einem Verlust von 4,38 Mrd. Franken (2,75 Mrd. Euro) und zu Forderungen von Anlegern, Ospel solle seinen Stuhl räumen. Ospels Amtszeit läuft an der ordentlichen Generalversammlung vom 23. April ab und es war bisher unklar, ob er sich wieder für eine volle Amtszeit zur Wahl stellen würde.
Ospel habe nun dem Verwaltungsrat den Vorschlag gemacht, dass alle Verwaltungsräte nur noch für ein Jahr statt der bisherigen drei Jahre gewählt werden. "Es ist besser den Aktionären eine echte, der Situation angebrachte Wahl zu offerieren", sagte ein UBS
-Sprecher
mit Blick auf Ospel. "Er hat noch einen Job zu machen und der Verwaltungsrat steht hinter ihm."
Die UBS
hat das Problem, dass sich aus dem gegenwärtigen Verwaltungsrat mangels Bankenerfahrung niemand für die Ospel-Nachfolge aufdrängt. Neben dem Italokanadier Marchionne war auch der Schweizer Peter Voser als möglicher Kandidat genannt worden. Voser, der Finanzchef des Ölkonzerns Shell
ist, übernimmt im UBS
-Verwaltungsrat
mit der Leitung des Audit-Komittees ebenfalls mehr Verantwortung.

