Die Schweizer Großbank UBS hat nach massiver Kritik von US-Politikern ihr grenzübergreifendes Privatkundengeschäft mit US-Bürgern gestoppt. Der US-Senat in Washington beschuldigt den größten Vermögensverwalter der Welt, amerikanischen Steuerzahlern in großem Stil bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben.
ZÜRICH/WASHINGTON. In einer dramatischen Anhörung im US-Kongress entschuldigte sich Finanzchef Mark Branson von UBS Global Wealth Management and Business Banking am Donnerstag für das Fehlverhalten von Mitarbeitern, die Kunden in den USA bei dem Hinterziehen von Steuern geholfen haben sollen.
UBS arbeite eng mit der Regierung in Washington zusammen, um jene verdächtige US-Bürger zu identifizieren, die mit Hilfe von UBS Steuern hinterzogen haben könnten.
Wie viele deutsche Bundesbürger schleusen auch Tausende US-Bürger ihr Vermögen in die Schweiz oder das benachbarte Liechtenstein, um dort das Geld vor dem Fiskus in ihrer Heimat zu verstecken. Nach Angaben von Abgeordneten entgehen dem US-Haushalt damit jedes Jahr 100 Milliarden Dollar.
Auch die liechtensteinische LGT-Gruppe soll ihrer amerikanischen Klientel bei Fiskaldelikten zur Seite gestanden haben. Der US-Senat wollte UBS und LGT als typische Banken aus Steuerparadiesen anprangern, die den US-Fiskus prellen. Grundlage der Anhörung ist ein Senats-Untersuchungsbericht.
"Steuerparadiese betreiben ökonomische Kriegsführung gegen die Vereinigten Staaten", betonte Carl Levin, Vorsitzender des Senats-Untersuchungsausschusses. "Das Parlament muss harte Strafen gegen Banken erlassen, die dabei helfen, Steuern zu hinterziehen." Insgesamt, schätzen Experten, entgehen den Steuerbehörden durch undeklarierte Überweisungen in Steuerparadiese rund 100 Mrd. Dollar.

