Die UBS soll laut dem Senats-Report etwa 19 000 Amerikanern geholfen haben, rund 18 Mrd. Dollar vor dem US-Fiskus in Sicherheit zu bringen. Indizien deuteten darauf hin, dass die Bank ihre Mitarbeiter systematisch dafür trainiert habe. In der Anhörung sollte auch der Leiter des UBS-Privatkundengeschäfts für Nord- und Südamerika, Martin Liechti, sowie ein weiterer Top-US-Banker aussagen. Die US-Behörden hatten Liechti verhaftet. Er soll zudem im Prozess gegen den ehemaligen UBS-Mitarbeiter Bradley Birkenfeld aussagen. Birkenfeld ist der Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt. Er gestand bereits, als UBS-Mitarbeiter einem US-Milliardär bei der Hinterziehung von Steuern assistiert zu haben. Er belastet seinen Ex-Arbeitgeber UBS schwer - Birkenfelds Aussagen dürften in den Senats-Report gegen die UBS und die LGT eingeflossen sein.
Die Autoren des Reports kritisieren auch das Schweizer Bankgeheimnis: Die Pflicht zur Verschwiegenheit trage dazu bei, das Fehlverhalten der Geldhäuser zu decken. Eine Serie aggressiver Statements von US-Behörden ging diesem Angriff auf das Bankgeheimnis voraus. Deshalb schickte die Schweizer Regierung eine Delegation in die USA, um das Bankgeheimnis zu verteidigen.
Um in Zukunft Banken das Handwerk zu legen, die bei der Steuerhinterziehung helfen, präsentierten die Autoren des Senats-Berichts Empfehlungen. Der Kern: Jedes ausländische Geldhaus solle Informationen über seine US-Kunden an die amerikanischen Steuerbehörden leiten.

