Die sich weiter zuspitzende Krise an den Finanzmärkten zwingt die Schweizer Großbank UBS
zu einem rigorosen Sparkurs. Der Konzern, der bereits rund 13 Mrd. Euro abschreiben musste, verschärft sein Programm zur Effizienzsteigerung. Währenddessen wurden Spekulationen über eine drohende Aufspaltung des Konzerns dementiert.
ZÜRICH. Bei einer internen Tagung der UBS
-Führungskräfte
in Berlin umriss UBS
-Chef
Marcel Rohner, was auf die Bank zukommt. Danach gehören zu den möglichen Maßnahmen "die Optimierung interner Prozesse, das Vermeiden von Doppelspurigkeiten und das Verschieben von Projekten". Das Sparprogramm könnte dazu führen, dass über die bisher gestrichenen 1 500 Stellen hinaus ein Mitarbeiterabbau nötig wird. Das Zahlenverhältnis der Mitarbeiter, die direkt mit Kunden zu tun haben, solle im Vergleich zu denen im sogenannten Back Office verbessert werden, heißt es dazu aus dem Konzern. "Deswegen prüfen wir die Wiederbesetzung und das Schaffen neuer Stellen sehr genau."
Die UBS
-Aktien
waren am Freitag, als die Probleme der US-Investmentbank Bear Stearns
bekanntwurden, erneut um sieben Prozent eingebrochen. Analysten vermuten, dass auch bei den Schweizern ein weiterer Abschreibungsbedarf in Milliardenhöhe besteht. Die Bank selbst hatte zuletzt mitgeteilt, dass sie noch knapp 28 Mrd. Dollar in Wertpapiere und Finanzvehikel investiert habe, die möglicherweise von der Kreditkrise betroffen seien und sich als illiquid herausstellen könnten. Um nicht - wie die Amerikaner - nur mit Hilfe einer Finanzspritze durch die Notenbank überleben zu können, hatte sich die Großbank Ende Februar den Einstieg eines Staatsfonds aus Singapur und eines Investors aus dem Nahen Osten von ihren bisherigen Aktionären genehmigen lassen. Ob angesichts drohender weiterer Abschreibungen zusätzlicher Kapitalbedarf besteht, dürfte derzeit Thema des Verwaltungsrats der Bank sein. Er muss in den nächsten Wochen die Einladung zum regulären jährlichen Aktionärstreffen verschicken, das am 23. April über die Bühne gehen soll. Falls eine weitere Kapitalerhöhung geplant ist, muss die Bank einen entsprechenden Tagesordnungspunkt ankündigen.
Bei dem Aktionärstreffen wird den Anteilseignern nach Informationen der Schweizer Anlagestiftung Ethos auch der Bericht über eine Sonderprüfung vorgelegt, die die Schweizer Bankenaufsicht bei der UBS
derzeit durchführt. Ethos, eine Vereinigung der Schweizer Pensionskassen, hatte zuletzt selbst eine Sonderprüfung der UBS
-Geschäfte
und Risikopositionen verlangt, war mit diesem Antrag auf der jüngsten außerplanmäßigen Aktionärsversammlung aber gescheitert. Da das Ergebnis der Abstimmung über den Antrag jedoch knapp ausgefallen war, bot die UBS
Ethos nun den Kompromiss an, eine Zusammenfassung der Ergebnisse der offiziellen Prüfung durch die Bankenkommission zu veröffentlichen.
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