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03.10.2008 
Kreditkrise

UBS streicht 2 000 Stellen

Die Schweizer Großbank UBS stutzt ihr Investment-Segment weiter. Die Bank will 2 000 Jobs streichen; das wäre die dritte Stellenabbau-Runde seit Beginn der Kreditkrise.

HB ZÜRICH. Zugleich machte UBS am Freitag klar, dass sie das Konzept einer Universalbank mit drei Sparten beibehalten will. Neben der Vermögensverwaltung für Reiche und Superreiche und dem Asset Management für institutionelle Anleger wie Pensionskassen will sie auch an einer wenn auch reduzierten Investmentbank festhalten.

Bis Ende des Jahres sollen vorwiegend in den USA und Großbritannien weitere 2000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Die Investmentbank, die im Zuge der Kreditkrise insgesamt über 45 Milliarden Franken (29 Milliarden Euro) abschreiben musste, soll dann noch rund 17 000 Mitarbeiter beschäftigen. Vor einem Jahr hatte dieser Teil der UBS noch 6 000 Stellen mehr gezählt.

Den Abbauplan machte die größte Vermögensverwaltungsbank der Welt nur einen Tag nach der außerordentlichen Generalversammlung am Donnerstag publik, auf der die Bank nach einer Verlustserie für das dritte Quartal einen kleinen Gewinn angekündigt hatte. Einen kleineren Stellenabbau wird es auch in der Schweiz und in Asien geben. Wenn alles abgeschlossen ist, wird UBS weniger als 80 000 Personen beschäftigen.

Zugleich soll sich die Investmentbank wieder auf alte UBS-Stärken wie das Aktiengeschäft und den Handel mit Devisen und Edelmetallen besinnen. Aufgegeben werden bestimmte Handelsaktivitäten im Rohstoffsektor. So wird sich der Bereich Fixed Income, Currencies and Commodities (FICC) auf Geschäfte mit Kunden und die Abwicklung konzentrieren. Geschäfte im Bereich Immobilien und Verbriefung sowie der Handel auf eigene Rechnung werden stark reduziert.

Neben dem misslungenen Ausflug in den amerikanischen Hypothekensektor ist es auch die Finanzkrise, die die Bank zu der Neuausrichtung veranlasst. Auch Banken wie die britische HSBC bauen Stellen ab und richten sich neu aus.

Und in dieser Hinsicht blieb UBS-Investmentbank-Chef Jerker Johansson denn auch vorsichtig. Der Ertragsausblick bleibe ungewiss, erklärte er laut der UBS-Mitteilung. Doch "sobald die Fundamentaldaten wieder günstiger aussehen", werde die Bank wieder wachsen. Angesichts der schlechter werdenden Märkte könnten die Kostensenkungen nicht ausreichen, erklärte Helvea-Analyst Peter Thorne. Der Stellenabbau werde wohl nicht der letzte gewesen sein. Die Stellenstreichung verband UBS mit einem Bekenntnis zur bisherigen Konzernstruktur und einer Absage an jene, die einen Verkauf der Investmentbank oder des Asset Management fordern. UBS bleibe dabei, dass die Investmentbank nicht verkauft werden solle, betonte Johansson. An der leicht schwächeren Börse zog die UBS-Aktie bis zum frühen Nachmittag um knapp fünf Prozent auf 22,30 Franken an. Analysten wollten einen möglichen Verkauf der Investmentbank oder des Asset Management dennoch nicht ausschließen. Nach Ansicht der Bank Wegelin könnte sogar der ganze Konzern, jetzt da es wieder besser zu laufen scheint, zu einem Übernahmekandidaten werden.
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