Der bayerische Finanzdienstleister Cash Life
steht vor der Übernahme durch den Augur Financial Opportunity Fund. Der Investor will ein Übernahmeangebot zu einem Preis von 3,50 Euro je Aktie in bar abgeben, teilten beide Gesellschaften mit.
HB FRANKFURT. Über die Erwerbsgesellschaft "Augur Financial Holding Vier GmbH & Co. KG" hält Augur 10,5 Prozent der Aktien. Weitere 28 Prozent der Stimmrechte seien gekauft worden - unter der Voraussetzung, dass das Kartellamt zustimmt. Ziel ist es, die Kontrollmehrheit zu erwerben. Frank Alexander de Boer, Vorstandsvorsitzender der cash.life AG
, steht dem Angebot positiv gegenüber.
Er erklärte: "Cash Life ist grundsätzlich daran interessiert, langfristig orientierte, strategische Investoren zu gewinnen." Gerade in der jetzigen Phase stehe man insbesondere Investoren aufgeschlossen gegenüber, die mit ihrem Know-how zur Entwicklung nachhaltig profitabler Geschäftsfelder beitragen. Der Vorstand musste das Unternehmen im ersten Halbjahr stabilisieren. Das nächste Ziel sei, die Optionen in dem sich deutlich schwereren Marktumfeld neu zu definieren. Das beinhalte selbstverständlich auch die aktive Identifizierung von potenziellen strategischen Partnern.
Augur Capital ist einer dieser möglichen Partner, mit denen der Vorstand der cash.life AG
kürzlich Kontakt aufgenommen hat." Die Augur Capital AG ist eine auf deutsche Finanzwerte und amerikanische Life Settlements spezialisierte Gesellschaft und könnte möglicherweise dazu beitragen, das Geschäft von Cash Life
profitabler zu gestalten. Daher wird der Vorstand der Cash Life
AG nach der heutigen Mitteilung mit den Vertretern der Augur Financial Holding Vier GmbH & Co. KG Gespräche aufnehmen. Dabei soll insbesondere die strategische Komponente der Übernahme gemeinsam diskutiert und evaluiert werden.
Der Angebotpreis liegt nach Angaben des Managementy über dem gewichteten durchschnittlichen Börsenkurs der vergangenen drei Monate. Einige institutionelle Investoren hatten in den letzten Monaten die Möglichkeit genutzt, um ihre Positionen abzubauen. Durch das Angebot ergebe sich nun auch eine Verkaufsmöglichkeit für jene Aktionäre, die eine Verkaufsabsicht hätten, wegen der geringen Marktliquidität jedoch nicht ohne große Verluste verkaufen konnten.
Das Geschäftsmodell von Cash Life
steht unter Druck. Während das Angebot an Gebrauchtpolicen nach wie vor hoch ist, wird die Platzierung dieser Verträge in Fonds schwerer, bestätigt der BVZL Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen. Die Finanzkrise hat die Liquiditäts- und Risikoprämien für die Investoren verteuert. Damit sinken die Margen für dieses Geschäft, das von der Arbitrage lebt. Den Druck geben die Aufkäufer an die verkaufswilligen Versicherungskunden weiter - etwa in Form höherer Anforderungen an die Verträge. Trotz schärferer Ankaufkonditionen dürfte das Angebot an gebrauchten Policen die Nachfrage aber weiterhin übersteigen. In der Summe wurden 2007 Lebensversicherungen über knapp 11,5 Mrd. Euro gekündigt, aber nur 1,4 Mrd. Euro von den sechs am deutschen Markt tätigen Policenaufkäufern erworben.

