Commerzbank streicht Jobs vor allem in Deutschland

Umbaupläne
Commerzbank streicht Jobs vor allem in Deutschland

Laut interner Unterlagen sind vom geplanten Stellenabbau der Commerzbank vor allem Mitarbeiter in Deutschland betroffen. Da die dritte Abbauwelle seit 2009 bevorsteht, sind betriebsbedingte Kündigungen kaum vermeidbar.
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FrankfurtDie Commerzbank streicht im Zuge ihres geplanten Stellenabbaus bis 2020 vor allem in Deutschland. Bundesweit sollen laut einer internen Präsentation 8 450 der brutto insgesamt 9 600 wegfallenden Vollzeitstellen wegfallen. Darüber haben zuerst die Börsen-Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Die Konsequenz: 88 Prozent des Personalabbaus würde im Inland erfolgen. Die Commerzbank will sich zu ihren Plänen nicht konkret äußern.

Der Dax-Konzern hatte am Ende September angekündigt, 9600 seiner derzeit gut 45.000 Vollzeitstellen bis zum Jahr 2020 zu streichen. Weil die Bank zugleich 2300 neue Arbeitsplätze in Einheiten im In- und Ausland schaffen will, fallen unter dem Strich 7300 Vollzeitstellen weg.

Vor allem soll es die Filialen treffen: Dort sollen 4800 der derzeit rund 11 000 Vollzeit-Arbeitsplätze abbaut werden. Damit sollen die Niederlassungen allein die Hälfte des angekündigten Stellenabbaus tragen. Filialen sollen zwar weiterhin nicht geschlossen werden, allerdings hat der Vorstand bereits angekündigt, die Angebote an vielen kleinen Standorten abzuspecken.

Weitere 2900 Stellen stehen den Berichten zufolge in der Frankfurter Zentrale zur Disposition. Dort gibt es derzeit 10 200 Vollzeitplätze. Zudem sollen bei Inlandstöchtern wie etwa IT-Dienstleistern 750 weitere Arbeitsplätze wegfallen. Im Ausland, wo die Commerzbank bereits in den vergangenen Jahren heftig schrumpfte, wolle das Management auf 1150 Arbeitsplätze verzichten, hieß es.

Da auf die Mitarbeiter der Commerzbank nun die dritte Abbauwelle seit 2009 zurollt, gelten Maßnahmen wie Altersteilzeit als weitgehend ausgereizt. Betriebsbedingte Kündigungen scheinen kaum vermeidbar, die auch der Vorstand nicht ausgeschlossen hat. Verdi spricht von einem drohenden „Kahlschlag“.

Allerdings sind in diesem Jahr keine Entscheidungen zu erwarten, wer genau gehen muss. Zielke hat bereits erklärt, die Kosten von rund 1,1 Milliarden Euro für den Stellenabbau sollten erst 2017 und 2018 verbucht werden. Die Jobs dürften in den nächsten vier Jahren aber erst nach und nach wegfallen. Die Commerzbank muss die Systeme und Programme zur Digitalisierung des Geschäfts, die die Mitarbeiter dann überzählig machen sollen, zum Teil erst noch entwickeln. In der IT-Abteilung mit 2500 Beschäftigten sind bis 2020 rund 800 Stellen betroffen. Dabei verlieren aber nur 200 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz, 300 sollen zur Tochter Commerz Systems wechseln, weitere 300 kommen woanders im Konzern unter.

Die Umstrukturierung kostet nicht nur den bisher für die Mittelstandsbank zuständigen Vorstand Markus Beumer den Posten. Sie hat auch personelle Konsequenzen bei den Bereichsvorständen: Ihre Zahl sinkt um drei auf 41. Ulrich Coenen, der sich bisher um die Digitalisierung in der Mittelstandsbank gekümmert hatte, betreut als Bereichsvorstand die Unternehmer mit einem Umsatz von bis zu 15 Millionen Euro, die künftig der Privatkundensparte zugeordnet werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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