Umfrage des Handelsblatts: Investmentbanker lieben Deutschland

Umfrage des Handelsblatts
Investmentbanker lieben Deutschland

Deutschland zählt weltweit zu den attraktivsten Standorten im Investment-Banking. Davon sind vom Handelsblatt befragte ausländische Institute überzeugt. Der hiesige Markt ist dermaßen stark, dass er sogar Großbritannien die Führungsrolle streitig macht. Besonders in einer Branche lockt das große Geld.

FRANKFURT. Flavio Valeri, Chef des deutschen Investment-Bankings von Merrill Lynch, erwartet in diesem Bereich für die Banken ein jährliches Ertragswachstum von 30 bis 50 Prozent in Deutschland. „Das wird in den nächsten zwei bis drei Jahren anhalten“, sagt er.

Bereits heute läuft das Geschäft mit der Emission von Aktien und Anleihen, Rohstoffen, riskanten Finanzierungen (Leveraged Finance), Private Equity sowie Fusionen und Übernahmen so rund wie während des Booms Ende der neunziger Jahre. Die Konstellation, dass günstige Kredite das Geschäft ankurbelten, bleibe den Märkten erhalten, stellt Hermann Prelle, Vorstandsmitglied von UBS in Deutschland, fest. Er rechnet höchstens mit zwei weiteren Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank um insgesamt 0,5 Prozentpunkte. Davon profitiert vor allem Deutschland. In Europa verlagere sich das Wachstum im Investment-Banking von Großbritannien und den südeuropäischen Ländern nach Deutschland und Osteuropa, meint Valeri. Der Banker hält für Deutschland einen Marktanteil von bis zu 25 Prozent in Europa bis 2009 für realistisch. Das würde Deutschland auf Augenhöhe mit Großbritannien bringen, auf das derzeit 26 Prozent des Marktes entfallen. Im vergangenen Jahr rangierte der deutsche Markt mit 14 Prozent deutlich abgeschlagen hinter den Briten.

Der Boom nährt sich aus dem „insgesamt kräftigen Wachstum der Volkswirtschaft, das nicht nur von den Exporten abhängig ist“, sagt Carsten Dentler, der zusammen mit Dirk Notheis das deutsche Investment-Banking von Morgan Stanley führt. Auch für ihn gewinnt Deutschland global an Stellenwert. Der Markt profitiere zudem von Sonderfaktoren wie der zunehmenden Privatisierungsneigung des Staates sowie dem Umbau des Immobiliensektors.

Gerade auf den Immobilienbereich setzen immer mehr Banken. Zwar ist der Preis für Immobilien in Deutschland gestiegen. „Im Vergleich etwa zu den britischen oder US-Märkten ist die Differenz zwischen Kapitalkosten und Rendite immer noch hoch, das heißt, wir sind immer noch billig. Deshalb werden Milliarden nach Deutschland fließen“, urteilt Notheis von Morgan Stanley.

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